Gestrandete Reisende am Flughafen (Quelle: dpa)
Bild: doa

Mi 28.10.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Reisestornierungen: Geld her

Trotz Corona Recht auf schnelle Erstattung

Das Urteil könnte Schule machen: Das Amtsgericht Frankfurt hat entschieden, dass Verbraucher bei einer stornierten Pauschalreise das Recht auf schnelle Erstattung des Reisepreises haben. Reiseveranstalter können sich weder auf Liquiditäts- oder Organisationsprobleme in der aktuellen Corona-Krise berufen noch auf erfolgte Gutscheinangebote. Die Erstattung soll trotz allem innerhalb innerhalb von 14 Tagen abgewickelt sein.
 
Geklagt hatte ein Kunde, der knapp 2.400 Euro für eine abgesagte Spanienreise zunächst vergeblich zurückverlangt hatte. Der Reiseveranstalter bot dem Geschädigten erst einen Gutschein über die Summe, wogegen der Kunde vorging. Das Unternehmen wollte daraufhin zwar den Reisepreis erstatten, nicht aber die inzwischen angefallenen vorgerichtlichen Anwaltskosten und Verzugszinsen. Das Argument: Das Unternehmen sei mit der Rückzahlung des Reisepreises nicht in Verzug gewesen.
 
Das sah das Amtsgericht anders, der Veranstalter sei 14 Tage nach der Stornierung automatisch in Verzug geraten. Daran ändere auch das Angebot von Gutscheinen nichts. Das Unternehmen muss laut dem Urteil nun auch Anwaltskosten und Verzugszinsen übernehmen. Das Urteil ist rechtskräftig.