Ein Parkplatz eines Gebrauchtwagenhandels (Quelle: imago images/eventfotografen.de)
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Mi 21.10.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Gebrauchtwagen: Verschleiß ist kein Mangel

BGH-Urteil entlastet Händler

Wer einen Gebrauchtwagen kauft und innerhalb der ersten sechs Monate einen Mangel feststellt, kann vom Händler in der Regel eine Nachbesserung verlangen. Vorausgesetzt, der sogenannte Sachmangel war schon bei Übergabe des Gebrauchtwagens an seinen neuen Besitzer vorhanden. Doch nicht jeder Defekt ist gleich ein Sachmangel, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe nun urteilte.

Verschleiß ist normal

Gewöhnlicher Verschleiß sei bei einem älteren Gebrauchtwagen kein Grund, vom Kauf zurückzutreten, so der BGH. Das gelte auch dann, wenn sich daraus durch weitere Abnutzung in absehbarer Zeit ein Erneuerungsbedarf ergebe.
 
Geklagt hatte ein Käufer eines neun Jahre alten Peugeot. Diesen wollte er an seinen Händler zurückgeben, weil der Auspuff durchgerostet war. Beim Kauf war das Auto mit knapp 85.000 Kilometern auf dem Tacho noch durch den TÜV gekommen, doch kurz darauf machte sich der Auspuff bemerkbar. Das BGH wertete den durchgerosteten Auspuff jedoch als normalen Verschleiß, weil die Verkehrssicherheit nicht betroffen sei.