Ein Mann sitzt mit Einkaufstüten auf einer Parkbank und schaut auf sein Smartphone (Quelle: Colourbox)
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Fr 13.11.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 4 Minuten - Black Friday: mehr Schein als Schnäppchen

Die wichtigsten Tipps, damit Sie nicht unnötig Geld ausgeben

Der Countdown zum Black Friday wird seit Wochen heruntergezählt, schon jetzt ist das Internet voller Rabattankündigungen. Wie jedes Jahr senken viele Händler für etwa eine Woche ihre Preise. Die Höhepunkte der Rabattschlacht sind der Black Friday und Cyber Monday. Glaubt man der Werbung, können Verbraucher an diesen Tagen wieder "bis zu 90 Prozent" sparen - beim Kauf von Mode, Parfüm, Smartphones und vielem mehr, was das Schnäppchen-Herz höher schlagen lässt.

Preise rechtzeitig beobachten

Doch leider ist nicht jedes reduzierte Produkt auch ein echtes Schnäppchen: Das Vergleichsportal Idealo hat die Preisentwicklung bei über 2.200 Produkten aus den 50 nachfragestärksten Kategorien des Black Friday 2019 untersucht. Denn lange wurde vermutet, dass viele Händler kurz vor dem Start der Black Week ihre Preise nochmal ordentlich anheben, um eine hohe Ersparnis zu suggerieren. Überraschend: Statt einer Preiserhöhung waren bei vielen Produkten bereits Anfang Oktober beziehungsweise Anfang November die Preise gesunken. Insgesamt waren 77 Prozent der Produkte günstiger - allerdings im Schnitt nur um acht Prozent. Fette Rabatte sehen anders aus.
 
Jetzt fragen Sie sich sicher: Warum sehen die Reduzierungen dann trotzdem so hoch aus? Viele Händler berechnen ihre Rabatte nicht immer am tatsächlichen Marktpreis, sondern an der Unverbindlichen Preisempfehlung. Und die liegt laut Idealo oftmals weit darüber. "Wer echte Schnäppchen machen möchte, sollte sich nicht auf den Black Friday versteifen, sondern die Preise der Wunschprodukte über einen längeren Zeitraum beobachten", rät Michael Stempin, Preisexperte bei Idealo.

Damit Sie am Black Friday echte Schnäppchen machen können, empfiehlt auch die Verbraucherzentrale Brandenburg, die Preisentwicklung zu beobachten. Am besten nutzen Sie dazu unterschiedliche Preisportale. Außerdem sollten sogenannte Deal-Alarme mit Vorsicht genutzt werden. "Wer solche Alarme nutzt, wird wie mit der ablaufenden Uhr oder ähnlichen Elementen eher dazu getrieben, schnell zu kaufen, ohne sich über die Folgen klar zu werden", sagt Lisa Högden von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Deswegen schlagen wir hier ein paar Punkte vor, die Sie vor dem Shoppingrausch bewahren:
 
· Eine Wunschliste anfertigen - mit Dingen, die Sie tatsächlich brauchen
· Ein Budget festlegen, das Sie maximal ausgeben wollen
· Nicht unter Druck setzen lassen, sogenannte Blitzangebote wiederholen sich
· Lieferzeiten beachten
· Folgekosten für Porto oder Rücksendungen im Auge behalten
 
Und ganz wichtig: Nutzen Sie einen Deal-Alarm nur, wenn die Rahmenbedingungen wie z.B. ein seriöser Anbieter, stimmen.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg warnt neben den Preiserhöhungen auch ausdrücklich vor dubiosen Händlern und Fake-Anzeigen bei Amazon. Vor allem während der beliebten Shopping-Week um den Black Friday ist die Gefahr erhöht. Damit Sie nicht in die Arme solcher Abzocker laufen, hier noch zwei Tipps:
 
· Nicht bei dubiosen Händlern kaufen, sondern auf Prüfsiegel achten
· Sichere Zahlungsmethoden nutzen, wie Rechnung oder Lastschrift
 
Im Umfeld der Rabatt-Tage erhöhen Kriminelle offenbar auch ihre Aktivitäten, um Daten abzugreifen, mit dem sogenannten Phishing. Darauf weist das Fachmagazin Euro Security hin. Dabei würden steigende Phishing-Aktivitäten vor allem "auf bekannte Online-Shoppingseiten abzielen genauso wie Phishing-Angriffe auf Mobiltelefone, Skimming auf Webseiten, Betrugsseiten mit Geschenkgutscheinen und Banking-Trojaner".

In der Rabattschlacht heiß gelaufen?

Und wenn Sie sich bei aller Vorsicht doch verzockt haben? Im Online-Handel meist nicht so schlimm: In der Regel kann man den Vertrag beim Online-Shopping innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware widerrufen - und so den Fehlkauf wieder loswerden. Anders ist es im stationären Handel, da sind Sie meist auf das Wohlwollen der Händler angewiesen, wenn Sie Waren zurückgeben möchten - da will der Kauf dann doppelt gut überlegt sein.

Der sogenannte Black Friday ist in den USA der Brückentag nach einem wichtigen Feiertag (Thanksgiving) und wird dort traditionell zum Weihnachtsshopping in den Geschäften vor Ort genutzt. Wir haben am 27.11. nicht frei, sollen an diesem besonderen Freitag aber auch shoppen. Denn da gibt es tolle Rabatte, verspricht uns die Werbung. Und am "Cyber Monday", dem 30.11., übrigens auch. Den haben die Online-Händler in den USA erfunden.