Ein Play-Zeichen auf einer Computertastatur (Quelle: Colourbox)
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Di 10.11.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Abofallen: fiese Tricks bei Streamingdiensten

Verbraucherschützer warnen weiterhin vor massiven Problemen

Der Betrug mit unseriösen Streamingangeboten im Netz geht weiter. Verbraucherschützer warnen auch im Herbst vor Anbietern, die vermeintlich Kinofilme und TV-Serien anbieten. Internet-User werden mit falschen Versprechungen - etwa Kinohighlights und Serien - auf Fake-Portale gelockt und dann mit hohen Rechnungen für angeblich zustande gekommene Abo-Verträge unter Druck gesetzt.

So funktioniert der Betrug

Meist werben die betrügerischen Streaming-Portale mit einem fünftägigen kostenlosen Testabo. Für die Nutzung muss der User sich registrieren und neben Adressdaten eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeben. Wer sich dann allerdings einloggen will, scheitert: Entweder das funktioniert schon nicht, oder auf der Website gibt es keine Streaming-Möglichkeit. Trotzdem erhalten die Anwender eine E-Mail, in der die Kosten für ein angeblich abgeschlossenes Jahresabo in Rechnung gestellt werden.

Probleme bestehen seit Jahren

Bereits seit 2017 sind die Verbraucherzentralen Streaming-Betrügern auf der Spur. "Die Masche hört einfach nicht auf", so Sabrina Wagner, Referentin Team Marktbeobachtung Digitales der Verbraucherzentralen, gegenüber der dpa. Es würden immer wieder neue Seiten online gestellt. "Wir haben in der Marktbeobachtung eine Liste von über 450 bekannten Webadressen recherchiert, hinter denen offenkundig betrügerische Angebote stecken."
 
Sollten Sie - ohne Gegenleistung des Anbieters - eine Rechnung einer dubiosen Streaming-Webseite erhalten haben, raten die Verbraucherzentralen, die Rechnung auf keinen Fall zu bezahlen. "Lassen Sie sich auch durch aggressive Zahlungsaufforderungen nicht einschüchtern" - und melden Sie sich bei Fragen bei der Verbraucherzentrale Ihres Landes.
 
Jennifer Kaiser, Beraterin in der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, bittet die Verbraucher außerdem, den Vorgang auf jeden Fall bei der Polizei anzuzeigen, "damit die Ermittlungsbehörden auch im Bilde sind".