Eine Frau fährt sich sorgenvoll durchs Haar (Quelle: dpa)
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Di 10.11.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 1 Minute - Restschulden: Was kann die Versicherung?

Nicht viel, so das Finanztest-Urteil

Auf Kredit kaufen, das kann man ja mal machen. Gerade bei kleineren Käufen fallen die monatlichen Raten gar nicht so ins Gewicht. So denken anscheinend viele deutsche Verbraucher: Jeder Fünfte hat einen Raten­kredit aufgenommen.
 
Und vermeintlich hilft doch eine Restschuldenversicherung weiter, sollte man mal nicht die Rate aufbringen können. Diese Versicherung soll einspringen, wenn die Raten wegen langer Krankheit, Arbeits­losig­keit oder gar Tod nicht mehr gezahlt werden können. Interessant: Gerade diejenigen, die ein Darlehen bei einer Bank aufnehmen, schließen über­durch­schnitt­lich häufig auch eine Rest­schuld­versicherung ab, oft direkt bei der Bank.
 
Aber genau davon rät das Verbrauchermagazin Finanztest ab. Eine aktuelle Unter­suchung der Experten zeigt, dass der Schutz oft über­flüssig und teuer ist - und in vielen Fällen nicht greift.

Schlechter Schutz, teuer bezahlt

Für einen Kredit von 10.000 Euro verlangen die 25 getesteten Banken bis zu 2280 Euro für die Absicherung der Risiken Tod, Arbeits­unfähigkeit und Arbeits­losig­keit. Aber in vielen Fällen sind in den Versicherungsbedingungen über­raschende Einschränkungen enthalten, etwa bei der Arbeitsunfähigkeit: 15 der 25 untersuchten Banken schnitten hier mangelhaft ab. Ähnlich schlechte Ergebnisse beim Versicherungsfall Arbeitslosigkeit, hier schnitten 17 Banken ausreichend oder mangelhaft ab - insbesondere weil die Zeit, in der gezahlt wird, beschränkt ist.
 
Einzig beim Versicherungsschutz im Todes­fall­ erreichten die meisten Banken sehr gute oder gute Ergeb­nisse. Kein Wunder, ob jemand tot ist oder nicht, darüber lässt sich nicht streiten.