Ein Mann an seinem zum Schreibtisch umfunktionierten Küchentisch (Quelle: dpa)
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Mi 02.12.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 5 Minuten - Homeoffice: Sparen zwischen Küche und Kinderzimmer

Mit diesen Tipps gibt's Geld zurück

Das Undenkbare ist geschehen, weil Corona es erzwingt: Die Deutschen arbeiten im Homeoffice. Eine repräsentative Studie des Digitalverbands D21 zeigt, dass etwa jeder dritte Deutsche in diesem Jahr mobil oder von zu Hause aus gearbeitet hat – eine Verdopplung der Vorjahreszahlen.

Jetzt kommt die Heimbüro-Pauschale

Im Zuge des massiven Anstiegs hat sich die Bundesregierung auf eine steuerliche Entlastung für alle Heimarbeitenden geeinigt, die Homeoffice-Pauschale. Die Pauschale sieht vor, dass fünf Euro für jeden Tag im Homeoffice geltend gemacht werden können - höchstens aber 600 Euro im Jahr.
 
Neu und wichtig dabei: Im Normalfall würde das Finanzamt nur Kosten anerkennen, wenn für den Arbeitsplatz zu Hause ein Zimmer nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird. Das ist jetzt anders.
 
Beschlossen ist das Gesetz noch nicht. Dass es noch im Dezember von Bundestag und Bundesrat abgesegnet wird, gilt allerdings als Formsache.

Für was gilt die Homeoffice-Pauschale?

Die Homeoffice-Pauschale soll vor allem den Mehraufwand für Raumnutzung, Strom, Heizung und dergleichen kompensieren. Daneben gilt weiter: "Arbeitsmittel, also beruflich benötige Gegenstände, dürfen Steuerzahler immer zusätzlich absetzen. Das gilt auch, wenn Sie kein Arbeitszimmer haben", erläutert Udo Reuß, Steuerexperte von Finanztip.

Teil der Werbungskostenpauschale

Die Homeoffice-Pauschale wird dabei in die sogenannte Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt. Der Pauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro wird bei der
Steuerberechnung pauschal vom Einkommen abgezogen für Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen. Das können etwa Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen, also sogenannte Werbungskosten sein. Durch diese Pauschale sinkt die Steuerlast.

Drei Tipps im Schnelldurchlauf

1. Lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber schriftlich bestätigen, ab wann bei Ihnen in der Firma Homeoffice angeordnet wurde und wie viel Sie zu Hause gearbeitet haben. Machen Sie am besten noch Fotos von Ihrer Arbeitssituation zu Hause, bevor Sie für die Weihnachtsfeiertage alles wegräumen.
 
2. In normalen Jahren machen Sie die Entfernungspauschale geltend, obwohl Sie mit den Öffentlichen zur Arbeit fahren? Lohnt sich 2020 nicht unbedingt - denn wenn Sie gleichzeitig ein Homeoffice abrechnen, könnte es Probleme geben. Setzen Sie lieber die Ticketkosten ab - denn das Jahresabo für den Öffentlichen Nahverkehr war mit Sicherheit nicht so schnell kündbar.
 
3. "Wer als Steuerzahler die strengen Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer erfüllt, darf und sollte weiterhin seine nachweisbaren Kosten fürs Arbeitszimmer absetzen. Da ist meist ein deutlich höherer Abzug bei den Werbungskosten drin: Bis zu 1.250 Euro; möglicherweise für das Jahr 2020 wegen der Corona-Situation sogar noch mehr", so Udo Reuß gegenüber SUPER.MARKT.

Auch Ihr Arbeitgeber übernimmt Kosten

Druckerpapier oder Schreibtischstuhl, Laptopständer oder Computer-Software: Gehen Sie auf Ihren Arbeitgeber zu und klären Sie mit ihm, welche Kosten er übernimmt. Hier bekommen Sie unter Umständen hundert Prozent des Kaufpreises zurück - so viel wird es bei der Steuerrückzahlung nicht.

Noch schnell Steuern sparen

Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 16 Prozent läuft zum Jahresende aus. Wenn Sie also vor einer großen Anschaffung stehen, kann es sinnvoll sein, diese noch 2020 zu tätigen.

 

Auch Dienstleistungen, etwa von Handwerkern, sind durch die herabgesenkte Mehrwertsteuer 2020 noch günstiger. Da es schwierig werden könnte, so kurz vor dem Jahreswechsel noch Handwerker ins Haus zu bekommen, können Sie bei einer konkreten Dienstleistung mit einem Einzweckgutschein arbeiten.

 

Auf diesem ist eine konkrete Lieferung oder Leistung verzeichnet, für die der genaue Ort und die Umsatzsteuer bekannt sind - steuerlich wird der Einzweckgutschein dann an dem Tag geltend gemacht, an dem er ausgestellt wurde, obwohl die Leistung erst später erbracht wird. Mehrwertsteuersenkung ahoi!