Eine DB-Anzeigentafel zur Weihnachtszeit (Quelle: Ralph Peters/imago images)
Bild: Ralph Peters/imago images)

Di 15.12.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Reisen: Rentier-Schlitten müsste man haben

Update: Flixbus sagt alle Busreisen ab, weitere Einschränkungen über die Feiertage.

ÜBERNACHTEN

Auch zu Weihnachten kommen wir dieses Jahr nicht um diverse Vorschriften herum - es gilt: Kontakte auf ein absolutes Minimum reduzieren und öffentliche Räume nur mit triftigem Grund und nur alleine bzw. mit Mitgliedern des eigenen Haushalts betreten.
 
Wer aber unbedingt zur Familie fahren möchte, muss sich, auch wenn es um die Übernachtung geht, an die lokal geltenden Kontaktbeschränkungen halten. Bundesweit gilt: Vom 24. Dezember bis 26. Dezember sind zwar Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" möglich. In Berlin gilt: nur im Kreise von Ehe- oder Lebenspartnerinnen und -partnern oder Angehörigen des eigenen Haushalts und zusätzlich maximal vier weiteren Haushalten dürfen maximal fünf Menschen zeitgleich zusammenkommen. Auch in Brandenburg dürfen nur maximal vier dem Haushalt nicht zugehörige Personen zu Besuch kommen. In beiden Bundesländern werden aber Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt.
 
Wer auf Hotel, Pension oder Ferienwohnung ausweicht, sollte sich unbedingt mit den aktuellen Regelungen beschäftigen. Viele davon gelten aktuell nur bis 21. Dezember.
 
Auch für Verwandtschaftsbesuche bleiben die Hotels und Pensionen in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein geschlossen, die teilweise angekündigten Lockerungen wurden zurückgenommen.
 
Übernachtungen sind weiterhin möglich in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und Niedersachsen, wobei touristische Aktivitäten wie das Besichtigen von Sehenswürdigkeiten z.B. in Berlin nicht zu einem Verwandschaftsbesuch gehören.
 
Noch keine konkreten Bestimmungen gibt es derzeit in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen.
 
Eine aktuelle Übersicht bietet dabei der Tourismus-Wegweiser des Bundes. Hier findet man auch eine Übersicht über Regelungen zu Gaststätten, öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Museen und anderen Einrichtungen.
 
Während in Hotels die Hygienestandards allgemein als sehr hoch gelten, sind diese bei privaten Unterkünften oft nicht gegeben. Auch Stornierungsbedingungen können eine Stolperfalle sein. Während bei Hotels Stornierungen bei flexiblen Tarifen in der Regel problemlos möglich sind, teilweise sogar noch am Anreisetag, können bei Vermittlern von privaten Unterkünften wie Airbnb, Fewo Direkt oder Wimdu dennoch Servicegebühren anfallen.

BAHN

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ab Mitte Dezember täglich Tausende Sitzplätze zusätzlich anzubieten. Zudem werden auf Hauptstrecken, wie beispielsweise Berlin – Hamburg, häufigere Fahrten angeboten, um die Auslastung der Züge weiterhin niedrig zu halten.
 
Dazu werden zwar weniger Plätze zur Reservierung freigegeben – im Regelfall nur die Fensterplätze bzw. nur schräg gegenüberliegende an Tischen -, Fahrgäste ohne Reservierung können die freien Plätze aber dennoch nutzen. Für gemeinsam Reisende wird es spezielle Bereiche geben, in denen auch mehr als ein Platz reserviert werden kann.
 
Der Fahrgastverband Pro Bahn rechnet über die Feiertage zwar mit vollen, aber nicht überfüllten Zügen und rät dazu, auch Erste-Klasse-Tickets in Betracht zu ziehen. Dabei sollte man aber abwägen, ob man auf ein Flex-Ticket setzt, das auch storniert werden kann, oder die günstigen Sparpreise nutzt.
 
Grundsätzlich wird dazu geraten, nicht am 22. und 23.12. zu reisen. Züge am sehr frühen Morgen sind außerdem oft schwacher ausgelastet. Über die Auslastungsanzeige der Bahn kann man zudem einsehen, wie voll ein Zug bereits ist – auch noch am Reisetag.
 
Neben der Deutschen Bahn setzen auch die Privatbahnen auf häufigere Reinigung der Fahrgastinnenräume und raten dazu, Stoßzeiten zu vermeiden.

AUTO

Der ADAC rechnet zwar auch dieses Jahr mit dem stärksten Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen am 23. und 26. Dezember, geht aber durch den vorgezogenen Ferienbeginn und ausfallende Reisen in Wintersportgebiete von allgemein weniger Reiseverkehr aus. Trotzdem ist es ratsam, die aktuelle Stauprognose des ADAC vor der Fahrt zu prüfen.
 
Wer kann, fährt am besten so früh wie möglich und eher unter der Woche als am Wochenende. Wer kein eigenes Auto hat, kann neben klassischen Mietwagen auch auf Carsharing-Angebote zurückgreifen - auch hier sind Mieten über mehrere Tage möglich, und Autos sind in der Regel noch am selben Tag verfügbar.

BUS

Alle Busreisen innerhalb Deutschlands und Europas über die Feiertage wurden unter anderem von Flixbus und Bla Bla Bus abgesagt. Bereits gebuchte Tickets werden erstattet.

FLÜGE

Während Flugreisen weiterhin grundsätzlich möglich sind und die großen Airlines immerhin einen reduzierten Flugplan anbieten, gibt es gerade bei den Low-Cost-Airlines momentan keine oder nur wenige innerdeutsche Flüge. Dass es hier kurzfristig große Änderungen gibt, scheint unwahrscheinlich. Wer ins Ausland fliegt, muss – ebenso wie bei Bahn- und Autoreisen auch - Quarantänebestimmungen beachten.