Ein Radfahrer in gleißendem Sonnenlicht (Quelle: dpa)
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Fr 12.02.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Rare Räder: Fahrrad-Boom mit Folgen

Wer jetzt nicht kauft, bekommt keines mehr?

Jetzt schnell ein Fahrrad kaufen - ist das der heiße Tipp? Es hört sich so an, wenn man liest, was die Branche für 2021 erwartet: "Wir rechnen damit, dass die Warenverfügbarkeit auch 2021 knapp sein wird", so etwa David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband. Albert Herresthal vom Händlerverband VSF beschwichtigt zwar - am Ende werde jeder Kunde ein gutes Rad finden, wenn auch nicht "jedes Rad in jeder Farbe". Aber auch er sagt: "Es wird eine gewissen Knappheit geben."
 
Grund dafür - Sie ahnen es längst: die Corona-Pandemie. Die Krise hat die Nachfrage nach Fahrrädern so weit nach oben getrieben, dass die die deutschen Hersteller im vergangenen Jahr ein Plus von 20 Prozent bei ausgelieferten Rädern erzielt hatten. Für 2021 wird ein ähnlich hoher Zuwachs erwartet.
 
Dabei werden die Räder gleichzeitig teurer: Viele Komponenten werden nämlich in der Regel in Asien hergestellt und in Europa montiert. Wegen der massiv gestiegenen Transportkosten bereitet die Branche die Verbraucher also schon mal auf Mehrkosten vor.

Was also tun?

Schnell das nächstbeste Fahrrad kaufen? Lieber nicht. Brauchen Sie wirklich dringend ein neues Fahrrad, ist es natürlich eine gute Idee, sich möglichst früh auf die Suche zu machen - bevor bei den ersten Sonnenstrahlen der nächste große Run auf die Räder beginnt.
 
Doch für alle, die auch ein bisschen warten können, empfiehlt es sich, erst einmal genau herauszufinden, welche Art von Fahrrad es für den eigenen Bedarf sein sollte. Stiftung Warentest hat ein großes Dossier zum Thema. Dann noch eine Preisspanne festlegen und aktuelle Tests checken. Mit dieser so erstellten persönlichen Checkliste können Sie sich dann auf die Suche begeben. Natürlich immer im Hinterkopf, dass Sie eventuell nicht genau die Rahmenfarbe bekommen, die Sie haben wollten. Sie wurden ja netterweise schon vorgewarnt.

Fahrrad-Studie

Die Branche hat Anfang Februar eine Marktstudie vorgestellt, die den Fahrradboom noch einmal verdeutlicht: Pro Jahr werden in Deutschland rund vier Millionen Fahrräder verkauft, mit steigender Tendenz. Ein immer größerer Anteil entfällt dabei auf E-Bikes. Für zusätzlichen Auftrieb sorgt das Leasing von Dienstfahrrädern, das "regelrecht explodiert" sei, heißt es in der Studie. Die Zahl der geleasten Räder habe sich zwischen 2017 und 2019 auf rund 193 000 nahezu vervierfacht. Laut der Studie hat die Branche ihren Umsatz mit Herstellung und Handel sowie Dienstleistungen rund ums Rad von 2013 bis 2018 um 55 Prozent auf rund 24,2 Milliarden Euro gesteigert.