Ein einzelner Passagier in einer Flughafenhalle (Quelle: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres)
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Mi 03.03.21 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Urteil: Aufpreis für Corona-Umbuchungen rechtens

Airlines im Recht, Verbraucherzentrale nicht

Zuschlag okay: Eine Airline darf für die Umbuchung einen Aufpreis verlangen, wenn ein Flug wegen der Corona-Pandemie annulliert wurde. Das gilt allerdings nur, wenn die Umbuchung auf einen deutlich späteren Zeitpunkt fällt. Zu diesem Urteil kommt das Oberlandesgericht (OLG) Köln in einem Rechtsstreit zwischen Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZNRW) und Lufthansa.
 
Das OLG argumentiert in der Urteilsbegründung, es liege kein Verstoß gegen die Bestimmungen der Fluggastrechte-Verordnung vor. "Ein beliebiges kostenfreies Umbuchungsrecht außerhalb jeglichen Zusammenhangs mit der geplanten Reise, zum Beispiel auf einen Flug zu einer besonders teuren Reisezeit, solle gerade nicht gewährt werden."
 
Im konkreten Fall waren die für März und April 2020 geplanten Flüge zweier Passagiere annulliert und auf Juli und Dezember 2020 verlegt worden. Dafür verlangte die Lufthansa einen Aufpreis. Die VZNRW hatte dagegen zuerst erfolgreich vor dem Kölner Landgericht geklagt. Das OLG macht nun die Kehrtwende. Das Urteil ist laut OLG rechtskräftig, eine Revision nicht möglich.

 
Kleiner Trost: Aktuell nimmt die Lufthansa keine Umbuchungsgebühren: Um den "Kunden mehr Flexibilität zu geben, habe man die Umbuchungsgebühren bis zum 31. Mai 2021 abgeschafft".