Ein Mann in Schutzausrüstung macht einen Corona-Schnelltest mit Nasenabstrich bei einer Frau (Quelle: imago images/Future Image)
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Fr 19.03.21 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - Coronatest: Kostenlose Schnelltests nun auch in Apotheken

Und: Wo Sie die begehrten Selbsttests bekommen

Seit dem 8. März können sich Bürgerinnen und Bürger kostenlos mit einem Schnelltest auf das Coronavirus testen lassen. Am Anfang musste man dafür in ein Testzentrum fahren, inzwischen bieten auch immer mehr Apotheken den Dienst an. Bisher konnte man sich über die Webseiten test-to-go.berlin für Berlin und brandenburg-testet.de für Brandenburg über die Testmöglichkeiten informieren und Termine buchen, nun hat der Deutsche Apothekerverband eine eigene Website herausgebracht.
 
Auf www.mein-apothekenmanager.de können Interessierte seit dem 17. März bundesweit Apotheken finden, die kostenlose Antigen-Schnelltests auf eine SARS-CoV-2-Infektion durchführen. "In Ballungsgebieten findet man schon leicht eine Schnelltest-Apotheke, in ländlichen Regionen ist das bislang noch etwas schwieriger", sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands. Zurzeit würden sich aber immer mehr Apotheken anmelden.

Apotheken-Schnelltests teilweise noch kostenpflichtig

Eine Stichprobe für die bisher im Register eingetragenen Berliner Apotheken zeigt jedoch, dass die Bürgertests zwar geplant sind, aber aktuell noch nicht durchgeführt werden. So schreibt die Apotheke im KaDeWe auf ihrer Website: "Ab Dienstag, 23.03.2021 sind voraussichtlich Termine buchbar. Bis dahin bitten wir Sie um Verständnis, dass der Test zur Zeit noch kostenpflichtig sein muss, da wir noch auf Unterlagen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung warten, die wir für die kostenlosen Tests benötigen.".
 
Eine weitere Stichprobe bei den für Potsdam bereits eingetragenen Apotheken zeigt hingegen, dass hier schon die kostenlosen Bürgertests durchgeführt werden können. Verbraucher und Verbraucherinnen sollten sich vor der Terminvergabe in einer Apotheke trotzdem unbedingt vorab erkundigen, ob es sich bei dem angebotenen Schnelltest auch um die kostenlose Variante handelt.

Selbsttest statt Schnelltest?

Vor dem Treffen mit Freunden oder einfach zur Sicherheit mal eben einen Corona-Schnelltest selbst machen? Das klingt nach einem Jahr Pandemie sehr verlockend. Das Problem: Die Schnelltests sind bisher kaum im Handel zu bekommen.
 
Lidl, Dm und Rossmann haben die Tests bisher aufgrund der geringen Verfügbarkeit nur online angeboten, bei Aldi konnte man die Tests bereits im Laden kaufen - in beiden Fällen waren sie sofort ausverkauft. Zwar werden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) immer mehr Schnelltests für den Laiengebrauch zugelassen, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot momentan noch deutlich.

Drogerien und Discounter werben mit Selbsttests

Aber es ist Besserung in Sicht. Auf SUPER.MARKT-Nachfrage sagt Sebastian Bayer, Geschäftsführer bei Dm im Ressort Marketing + Beschaffung, dass die Dm-Märkte am 19. März eine Lieferung für den stationären Verkauf bekommen. Und auch im Onlineshop würden immer wieder Selbsttests angeboten werden. Für die kommenden Wochen rechnet die Drogeriemarktkette mit weiteren Lieferungen.
 
Auch bei Rossmann heißt es, dass sich die Corona-Selbsttests in der Auslieferung an die Filialen befinden. Aufgrund der hohen Nachfrage sei die Abgabemenge aber pro Haushalt auf vier Stück begrenzt.
 
Beim Discounter Lidl waren die Schnelltests teilweise im Fünfer-Pack kurzzeitig online erhältlich. Wann die Schnelltests auch in den Märkten gekauft werden können, ist noch nicht bekannt. Die Konkurrenz ist da etwas schneller: Sowohl bei Netto als auch bei Aldi soll es ab Montag, den 22. März Schnelltests im Kassenbereich geben. Aldi behält sich vor, die Abgabemenge pro Haushalt gegebenenfalls zu begrenzen.

Lieferschwierigkeiten auch bei Apotheken

Und wie sieht es mit den Selbsttests in den Berliner und Brandenburger Apotheken aus? Laut dem Berliner Apotheker-Verein versuchen die Mitglieder mit hoher Energie die sogenannten Laientests zu beschaffen. Doch auch hier kommt das Angebot der Nachfrage nicht schnell genug hinterher.
 
In Brandenburg sind nach Informationen des Apothekerverbands Brandenburg mittlerweile teilweise Selbsttests in den Apotheken verfügbar. Es gebe aber noch das Problem, dass die Verpackungsgrößen zu groß und damit sehr teuer seien. Das sei nicht verbraucherfreundlich, so Pressesprecher Mathias Braband-Trabandt. Am besten, man ruft vor dem Besuch in der Apotheke dort an und fragt, ob Selbsttests in kleineren Stückzahlen angeboten werden. Mathias Braband-Trabandt rechnet damit, dass sich die Lage im Zuge der neuen Zulassungen von Selbsttests durch das BfArM in den nächsten Tagen verbessern wird.

Test ist nicht gleich Test

Im Handel sind neben den momentan noch spärlich verfügbaren Schnelltests auch teure Antikörper-Tests zu finden. Aber bitte nicht verwechseln! Der Antigen-Test ist der Schnelltest: Er erkennt spezielle Oberflächen-Proteine des Virus, die sogenannten Antigene. Der Antikörper-Test zeigt Ihnen hingegen nur an, ob Sie nach einer Coronainfektion Antikörper gegen das Virus gebildet haben.

Falsche Sicherheit

So komfortabel die Schnell- und vor allem Selbsttests scheinen, man sollte sich bei einem negativen Testergebnis nicht in falscher Sicherheit wiegen. Denn die Antigen-Schnelltests erkennen - im Gegensatz zum PCR-Test - nur eine sehr hohe Viruslast in den oberen Atemwegen. Das heißt, dass ein negatives Ergebnis immer nur für ein paar Stunden gilt. Ein mit Corona infizierter Mensch kann also durchaus ein negatives Testergebnis erhalten. Doch schon am nächsten Tag kann der Test positiv ausfallen, wenn die Viruslast stark angestiegen ist.
 
Daher ist es wichtig auch mit negativen Schnelltest Abstand zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Und: Ist der Selbsttest positiv, sollte man sich sofort in Quarantäne begeben und die 116 117 oder den Hausarzt bzw. die Hausärztin kontaktieren. Dort kann ein PCR-Test veranlasst werden, um das Testergebnis des Selbsttests zu überprüfen.