Eine Anzeige der Deutschen Bahn weist auf einen umfassenden Streik hin (Quelle: picture alliance/dpa / Boris Roessler)
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Do 02.09.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Nächster Lokführer-Streik: die Rechte der Reisenden

Das müssen Sie in Sachen Bahnstreik wissen

Die Gewerkschaft der Lokführer, GDL, hat im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) erneut bundesweite Streiks angekündigt, dieses Mal soll sogar fünf Tage lang gestreikt werden. Beginnend am Mittwochabend, 1. September, mit dem Güterverkehr, ab Donnerstagmorgen, 2. September, dann auch im Personenverkehr. Enden soll der Streik am 7. September um 2 Uhr in der Nacht.

Das sind Ihre Rechte

Wer ein Bahnticket gebucht hat und wegen des Streiks nicht fahren kann, kann seine Fahrt wenigstens unentgeltlich verschieben: Die Bahn die Zugbindung komplett aufgehoben, auch bei Sparpreisen. Die Fernverkehr-Tickets des Streikzeitraums behalten ihre Gültigkeit bis zum 17. September. Auch eine kostenfreie Erstattung der Zugtickets ist möglich.

Entschädigung

Wer trotz Streik in einen DB-Zug steigt, muss dennoch mit Hindernissen, zum Beispiel Verspätungen rechnen. Was gilt in dem Fall?
 
Die EU-Fahrgastverordnung gilt auch bei Streiks und regelt den Anspruch auf Entschädigung. Wer mindestens eine Stunde zu spät am Ziel ankommt, bekommt 25 Prozent des Fahrpreises erstattet, bei zwei Stunden muss das verantwortliche Bahnunternehmen 50 Prozent des Preises erstatten. Fahrgäste können laut Bahn zwischen einem Gutschein oder der Auszahlung des Betrags wählen.
 
Bei einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof können Fahrgäste einen anderen Zug nehmen, das gilt auch für höherwertige Zuge, wenn sie nicht reservierungspflichtig sind. Der gezahlte Aufpreis wird in dem Fall zurückerstattet.
 
Wenn absehbar ist, dass der Zug mindestens eine Stunde später als geplant am Ziel ist, dürfen Fahrgäste von der Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen. Das gilt auch für ausgefallene Züge oder verpasste Anschlüsse. Wer schon unterwegs ist und die Fahrt deshalb abbricht, kann sich den nicht genutzten Teil erstatten lassen. Fahren Sie zum Ausgangsbahnhof zurück, bekommen Sie auch den vollen Preis zurück.

So machen Sie Ihre Ansprüche geltend

Laut DB sollten Sie sich Verspätungen immer von Mitarbeitenden bestätigen lassen. Wer ganz sicher gehen will, macht zusätzlich Fotos von Anzeigetafeln, auf denen die verspäteten oder gestrichenen Züge stehen, oder Screenshots aus der App oder von der Internetseite. Mit diesen Belegen, der Fahrkarte und dem ausgefüllten Fahrgastrechte-Formular kann die Reise reklamiert werden.
 
Das Formular gibt es direkt im verspäteten Zug, im Reisezentrum der Bahn, online zum Herunterladen - und in der App sowie auf der Bahnwebsite können angemeldete Kunden ihre Ansprüche direkt online geltend machen.
 
Denken Sie aber daran: Alle Rückerstattungen müssen innerhalb eines Jahres nach Ablauf der Fahrkarte geltend gemacht werden.

Gut zu wissen im Notfall

Sollten Sie abends an einem Bahnhof stranden und einfach nicht mehr weiterkommen, haben Sie Anspruch auf eine Ersatzbeförderung - oder sogar auf eine Unterkunft und einen Transport dorthin. Sprechen Sie in diesem Fall einen Mitarbeitenden noch im Zug oder vor Ort am Bahnhof an. In allen Fällen, in denen Sie niemanden mehr vor Ort antreffen, können Sie sich an die kostenlose Streikhotline der DB wenden: 08000-99 66 33 ist die Nummer.
 
Alle weiteren aktuellen Infos erhalten Sie auf den Seiten der Deutschen Bahn.