Frau steht im Supermarkt vor der Fleisch-Kühlung. Quelle: imago images/ Martin Wagner
Bild: www.imago-images.de

Fr 10.09.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Fleisch: EU-weit bessere Kennzeichnung

Forderung nach Tierwohl-Label für mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltige Ernährung leicht gemacht – für den Verbraucher, zum Wohl der Tiere und fürs Klima - das wünschen sich Umweltschützer, Konsumenten und Landwirte gleichermaßen. Nur, wie soll das gelingen? Ein EU-weites Tierwohl-Label soll für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz sorgen, das geht aus dem neuen "Fleischatlas" hervor, den der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Heinrich-Böll-Stiftung diese Woche veröffentlicht haben. Und ausnahmsweise sind sich Agrarlobby und Umweltaktivisten bei dem Thema einig.

Mehr Einheitlichkeit

Eine europaweit einheitliche Regelung gibt es bislang nämlich nicht. Vereinzelt haben Länder wie Frankreich und die Niederlande eigene Kennzeichnungen, in Deutschland ist das noch Wunschdenken. Supermarktkunden müssen weiter auf ein staatliches Label für Fleisch und Wurst aus besserer Tierhaltung warten. Die Schuld sehen Umweltschützer im Zögern der Politik, es hapert "am fehlenden politischen Willen", so die Kritik.

Zustimmung der Landwirte

Dabei gibt es sogar Unterstützung von den Landwirten für das neue Label. Sie wollen den Verbraucheransprüchen nach mehr Tierwohl nachkommen, so der stellvertretende Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Udo Hemmerling. Kaufentscheidungen sollen dadurch erleichtert werden, zusätzlich erhofft man sich dadurch mehr Transparenz. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten dann aber auch bereit sein, mehr fürs Produkt auszugeben.

Weniger Fleisch fürs Klima

Ein weiteres Problem, das der 80 Seiten umfassende "Fleischatlas" anspricht, ist die Menge an Fleisch, die weltweit konsumiert wird. Nach Schätzungen wird die Fleischerzeugung bis 2029 um etwa 40 Millionen Tonnen auf 366 Millionen Tonnen steigen, mit entsprechenden Folgen fürs Klima.

Vorbild Eier

Nachdem sich die EU-Staaten im Herbst 2020 für eine gesündere und nachhaltige Produktion von Lebensmitteln ausgesprochen haben, dürfte der Schritt zu einem neuen Tierwohl-Label eigentlich nicht mehr allzu groß sein. Die einheitliche Kennzeichnung für Eier nach Haltungsform zeigt schon, wie entsprechende Zeichen das Verbraucherverhalten beeinflussen können.