Häuser aus der Vogelperspektive (Quelle: picture alliance /dpa / Christophe Gateau)
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Fr 10.09.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 2 Minuten - Mieten: autsch im Berliner Umland

Bis zu 17 Prozent Anstieg innerhalb eines Jahres

Immer rauf, nimmer runter - so etwa sieht es mit Wohnungsmieten aus: Vor allem, wenn man ins Berliner Umland schaut, will man hier sehr schnell und sehr laut "runter"!! schreien. In einigen Landkreisen gab es innerhalb eines Jahres einen Mietkostenanstieg von bs zu 17 Prozent, so zeigt ein Vergleich des Wohnungsportals Immowelt. In der Analyse wurden die Angebotsmieten von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) in 76 Stadt- und Landkreisen Ostdeutschlands im 1. Halbjahr 2021 mit dem Vorjahr verglichen.
 
Während im Vergleichszeitraum die Berliner Mieten "nur" um fünf Prozent auf 12,80 Euro pro Quadratmeter stiegen - weitere Anstiege werden jetzt suksezzive nach dem Mietendeckel-Aus erwartet - erhöhten sich die Mieten im Berliner Speckgürtel massiv: Am heftigsten betroffen ist der Landkreis Oder-Spree, hier stiegen die Mieten um 17 Prozent. Die mittlere Angebotsmiete beträgt derzeit 9,00 Euro pro Quadratmeter. 2020 waren es noch 7,70 Euro. Auch im Barnim im Nordosten Berlins gingen die Mieten hoch - plus 13 Prozent im Schnitt, und damit 8 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt war dies der zweitgrößte Anstieg aller ostdeutschen Kreise.
 
Heftige Anstiege gab es auch in den umliegenden Landkreisen Oberhavel (+9 Prozent), Potsdam-Mittelmark (+6 Prozent) und Dahme-Spreewald (+5 Prozent), überall hier liegen die Mieten inzwischen über der 10-Euro-Marke. Dahme-Spreewald reicht mit Medianpreisen von 11,60 Euro fast an das Berliner Niveau heran, so die Immowelt-Analyse.

Land-Trend sorgt für Mietmarkt-Umkehr

Dass im Berliner Umland die Preise so stark ansteigen, kann mit der durch die Corona-Pandemie veränderten Nachfrage zusammenhängen, so deutet es sich in einer gemeinsamen Analyse von ifo Institut und immowelt an. 13 Prozent der Großstädter wollen demnach binnen eines Jahres aus der Stadt wegziehen. In Berlin ist der Wert mit 14 Prozent sogar noch etwas höher. Das home office macht es möglich, Corona-Enge macht es für viele nötig.
 
Und bislang konnten sich die Mieter ja auch sicher sein: In vielen ostdeutschen Regionen kann man günstig wohnen. Das stimmt immer noch - allerdings nur noch teilweise. In einem Drittel der ostdeutschen Stadt- und Landkreise stagnieren oder sinken die Mieten aktuell. Beispiel Cottbus. Hier schrumpft die Bevölkerung seit 2017. Diese Verschiebung von Angebot und Nachfrage macht sich auch in den Mieten bemerkbar, die innerhalb eines Jahres um fünf Prozent auf 5,60 Euro pro Quadratmeter gesunken sind. Wann die ersten Berliner hier landen, um den Mietmarkt auch in der Lausitz umzukrempeln, ist allerdings - trotz Pandemie - nicht vorhersehbar.