Lebensmittel in Plastik verpackt (Quelle: IMAGO / Geisser)
Bild: IMAGO / Geisser

Di 12.10.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 4 Minuten - Plastikverbot: Liberté pour le Gruke

In Frankreich sollen Obst und Gemüse in Zukunft plastikfrei verpackt werden

An die Luft mit dem Gemüse: Eingeschweißte Gurken und in Plastik gehüllte Paprika sind in Frankreich bald verboten. Etwa 30 Obst- und Gemüsesorten seien von dem Verpackungsverbot betroffen, teilte die französische Regierung jetzt mit. "Eine Milliarde Plastikverpackungen" können demnach eingespart werden. Je empfindlicher die Sorten, desto länger haben die Anbieter Zeit für die Umstellung. Das Dekret soll am Dienstag veröffentlicht werden.
 
Verschiedene Fristen für die Sorten
 
Als erstes müssen unter anderen Lauch, Zucchini, Auberginen, Paprika, Möhren und Blumenkohl die Plastikhüllen fallen lassen. In der Obstabteilung sollen zunächst etwa Äpfel, Birnen und Orangen ohne Plastik auskommen. Leichter verderbliche Ware wie manche Tomatensorten, grüne Bohnen oder Weintrauben dürfen noch bis Mitte 2023 in Plastik eingepackt werden. Am längsten gilt die Ausnahme für empfindliche Sprossen und Beeren, die erst von Mitte 2026 an plastikfrei verpackt werden müssen. 

Über ein Drittel des Obst und Gemüse in Plastik verpackt

Nach Angaben der Regierung werden derzeit etwa 37 Prozent der Früchte und Gemüse eingepackt verkauft. Auf den traditionellen Wochenmärkten in Frankreich gibt es den Großteil der Waren nach wie vor unverpackt. In Großstädten finden sich inzwischen auch einige Unverpackt-Läden, wo Kunden eigene Behälter mitbringen können. Das Verbot der Plastikverpackungen für Obst und Gemüse war bereits im Anti-Verschwendungs-Gesetz vom Januar 2020 vorgesehen.
 
Großteil der Plastikproduktion geht in die Lebensmittelindustrie
 
Plastikverpackungen für Lebensmittel machen einen großen Anteil der weltweiten Plastikproduktion aus. In Frankreich waren dies 2017 nach einem Bericht der Heinrich-Böll-Stiftung knapp 45,5 Prozent des landesweiten Plastikverbrauchs.