Solaranlage, Windräder und dicke Wolken. Quelle: imago images/ Jürgen Held
Bild: imago images/Jürgen Held

Mi 15.12.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Erneuerbare Energien: Wenn das Wetter streikt

Weniger Strom von Solaranlagen und Windrädern

Wenn die Sonne zu wenig scheint, ist die Laune schnell im Keller - wenn es dazu noch zu wenig windet, ist das Problem ein anderes: Dann sinkt der Anteil der erneuerbaren Energien. Das ist in diesem Jahr tatsächlich der Fall. Die Witterung und ein erhöhter Stromverbrauch im zweiten Corona-Jahr sorgen dafür, dass lediglich 42 Prozent des Stromes mit Solaranlagen und Windrädern erzeugt wurde. Das sind gut 5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Erstmals rückläufig

Seit 1997 ist die erneuerbare Stromproduktion laut Umweltbundesamt (UBA) kontinuierlich gestiegen. Dabei gab es immer auch Jahre mit weniger Sonne und Wind. Allerdings sei das dann "meist durch Zubau neuer Stromerzeugungsanlagen" ausgeglichen worden, heißt es beim UBA. 2021 sei dies nun nicht der Fall, "auch weil 2019 und 2020 nur wenig Kapazität zugebaut wurde".

Mehr Anlagen in der Zukunft

Das Ziel der neuen Bundesregierung von 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen im Jahr 2030 ist also noch weit entfernt. Für UBA-Präsident Dirk Messner ist das ein zentraler Punkt für den Klimaschutz: "Deshalb hat der Koalitionsvertrag recht: Wir brauchen in den nächsten Jahren schnell wirksame Maßnahmen, um mehr Wind- und Fotovoltaik-Anlagen zu bauen".

Infrastruktur nötig

Ganz entscheidend ist laut Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andrae zudem, dass das Netz entsprechend um- und ausgebaut wird, sodass der erneuerbare Strom zu den Verbraucher:innen gelangen kann.