Monteur repariert eine Spülmaschine. Quelel: picture alliance / PantherMedia | Andriy Popov
Bild: picture alliance / PantherMedia | Andriy Popov

Mi 18.05.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Reparaturbonus: nicht alles auf den Müll

Defekte Geräte reparieren statt wegwerfen

Ein letztes Gurgeln und dann: nix mehr. Keinen Piep gibt die Spülmaschine mehr von sich. Dabei ist das gute Stück doch noch gar nicht so alt. Und jetzt? Reparieren lassen - lohnt das überhaupt oder wird das nicht zu teuer? Lieber noch was drauflegen und doch neu kaufen? Fragen, die sich Verbraucher:innen häufig stellen, wenn ein Elektrogerät unerwartet den Geist aufgibt. Staatliche Anreize sollen in Zukunft dafür sorgen, dass die Entscheidung eher zugunsten einer Reparatur und gegen Mülltonne und Neukauf getroffen wird, das zumindest fordern Verbraucherschützer.

Für die Umwelt

"Wir brauchen für Verbraucherinnen und Verbraucher finanzielle Entlastungen, die gleichzeitig auch gut für Klima und Umwelt sind", sagt Jutta Gurkmann, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der Vorschlag der Verbraucherzentralen sieht deshalb einen Reparaturbonus und eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Reparaturen von 19 auf 7 Prozent vor. Außerdem soll ein Reparaturindex transparenter machen, ob Geräte überhaupt reparierbar sind.

Zuschüsse zur Reparatur

In Thüringen gibt es bereits praktische Erfahrungen in Sachen Reparaturbonus. Seit Juni 2021 werden die Hälfte der Kosten erstattet, wenn Defektes repariert, statt weggeworfen wird. Allerdings nur bis maximal 100 Euro pro Person und Jahr.
Und auch im Nachbarland Österreich tut sich was. Verbraucher:innen werden seit April mit bis zu 200 Euro pro Reparatur unterstützt.

Wie gut lässt sich was reparieren?

Ob ein Gerät überhaupt noch zu retten ist, lässt sich zum Beispiel in Frankreich ganz leicht rausfinden. Hier hilft der Reparaturindex: Kennzahlen von 1 –10 geben Auskunft über die Reparierbarkeit. An einem EU-weiten Index wird bereits gearbeitet.
 
Die Verbraucherschützer fordern außerdem, dass Senkungen der Mehrwertsteuer auch für Reparaturen von Informations- und Kommunikationstechnik wie Smartphones und Laptops möglich werden sollten. "Damit Reparaturen wieder eine gute Option für kaputte Produkte werden, müssen sie für Verbraucherinnen und Verbraucher auch finanziell Sinn machen", so Gurkmann.