Reisender auf dem Flughafen. Quelle: picture alliance/ Christoph Hardt/Geisler-Fotopres
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Do 12.05.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 4 Minuten - Reiseversicherungen: Erstattung statt Strand

Schutz vort Stornierungskosten bei Corona

Der Sommer naht und mit ihm die schönste Zeit des Jahres: Urlaub. Und in diesem Jahr meist ohne einschränkende Corona-Maßnahmen. Sogar die Maske im Flugzeug ist nicht mehr überall Pflicht. Trotzdem kann einem Corona immer noch alles vermiesen, nämlich dann, wenn man vor der Reise oder auch im Urlaub erkrankt. Wer also eine Reiseversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass sowohl eine Infektion, als auch Quarantäne und eine Reisewarnung im Reiseland abgedeckt sind.

Stornierung & Reiseabbruch

Viele Reiserücktritts- und abbruchversicherungen decken auch eine Coronainfektion ab. Die Versicherungen handhaben das laut Stiftung Warentest unterschiedlich: Bei den einen ist die Corona Erkrankung abgedeckt, inklusive Verlängerung des Aufenthalts durch eine Quarantäne und auch als Grund für den Rücktritt. Stornierungskosten können - je nach Zeitpunkt - bis zu 90 Prozent des Reisepreises betragen. Tipp hier: Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung kombinieren.
 
In der Regel kann eine solche Versicherung bis 30 Tage vor Abreise und am selben Tag der Reisebuchung abgeschlossen werden. Bei Check24 beispielsweise finden Verbraucher:innen mithilfe von Filtern Versicherungen, die eine Erkrankung, Reisewarnung und Quarantäne absichern.
Welche Police die beste für einen ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Reisepreis und Absicherungswunsch ab.

Prämien für nix

Wer im letzten Jahr eine Reise gebucht hat, die wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, hat (hoffentlich) schon lange sein Geld zurückerstattet bekommen. Was viele aber nicht wissen: Auch bei Reiseversicherungen besteht Anspruch auf Rückerstattung, wenn diese noch nicht gewirkt haben.
 
"Die Versicherer müssen Prämien für diejenigen Reiseversicherungen, die noch nicht gewirkt haben, zurückerstatten. Verbraucher sollten sich durch gegenteilige Mitteilungen oder den bloßen Verweis auf die Reiserücktrittversicherung nicht verunsichern lassen, denn dort ist die Rechtslage eine andere", erklärt Jörn Rehren, Referent für die Marktbeobachtung Finanzmarkt beim vzbv.
 
Wurden Versicherungen für eine bestimmte Reise abgeschlossen und diese fällt dann ins Wasser - oder in diesem Fall Corona zum Opfer - so gibt es auch nichts zu versichern. Gepäck- oder auch Reisekrankenversicherung können in diesem Fall vor nichts schützen und müssen zurückerstattet werden, sagt der Gesetzgeber.

Der Schein trügt?

Am besten schauen Verbraucher und Verbraucherinnen genau auf ihren Versicherungsschein, auf diesem sind alle abgeschlossenen Versicherungen erkenntlich, wenn auch oft nicht nach Prämien aufgeschlüsselt.
 
Gibt es Probleme mit der - zumindest anteiligen - Rückerstattung der Prämien seitens Versicherer oder Reisebüro, so hilft die Verbraucherzentrale weiter. Es gilt: Nicht abwimmeln lassen. Wo es nichts zu versichern gab, entstehen auch keine Kosten.