Künftig sind Verbraucher:innen bei Haustürgeschäften besser geschützt (Quelle: picture alliance / dpa Themendienst | Kai Remmers)
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Mo 30.05.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Gesetz: mehr Verbraucherschutz an der Haustür und auf Kaffeefahrten

Höhere Strafen für Händler:innen und Schadenersatz für Verbraucher:innen

Früher waren es vor allem teure Staubsauger, heute sind es allerlei Verträge: Verteter:innen versuchen auch heute noch bei Haustürgeschäften ihre Waren loszuwerden. Oft aufdringlich und selten mit wirklich guten Angeboten im Schlepptau, schließen einige Verbraucher:innen hier nicht immer ganz freiwillig Verträge ab. Ein neues Gesetz, das seit 28. Mai gilt, schützt Verbraucher:innen nun besser - und sieht härtere Strafen vor.

Sofortzahlungsverbot bei Haustürgeschäften

Nicht nur online gibt es künftig mehr Transparenz und Schutz für Kundinnen und Kunden. Auch der Verkauf von Produkten und Verträgen an Haustür und auf Kaffeefahrten wird künftig strenger geregelt - und Verbraucher:innen haben im Schadensfall mehr Rechte.
 
Seit 28. Mai 2022 dürfen so an der Haustür keine Beträge über 50 Euro sofort abkassiert werden. Handelt es sich um einen Vertrag, so kann dieser widerrufen werden. Besonders Senior:innen sollen mit diesem Sofortzahlungsverbot davor geschützt werden, teils hohe Geldbeträge in bar wegzugeben, die dann nur sehr schwer zurückzuholen sind.

Mehr Transparenz bei Kaffeefahrten

Der Tagesausflug zum Schnäppchenpreis entpuppt sich als stundenlange Verkaufsveranstaltung mitten in der Pampa, wo nicht mal eben ein Taxi vorbeikommt - gerade viele Rentner:innen kennen das. In Zukunft wird das wohl so nicht mehr passieren. Bereits in der Werbung für die Fahrt muss angegeben werden, wo die Veranstaltung stattfindet, was verkauft werden soll und wie der oder die Veranstalter:in kontaktiert werden kann.
 
Außerdem darf nicht mehr alles verkauft werden - Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und Finanzprodukte sind künftig tabu. Bei Verstößen sind jetzt Strafen von bis zu 10.000 Euro möglich. Bisher lag die maximale Strafe bei 1.000 Euro.

Schadensersatzansprüche für Verbraucher:innen

Ist man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auf unlautere Geschäftspraktiken hereingefallen und wurde dadurch geschädigt, gibt es zukünftig einen Schadensersatzanspruch. Dieser kann sowohl online als auch offline Anwendung finden, etwa wenn die Eigenschaften eines Produkts unwahr sind oder diese durch gefälschte Produktbewertungen suggeriert wurden und der Händler das nicht ausreichend überprüft hat.