Aktuelle Phishing- und Betrugsversuche in der Übersicht (Quelle: IMAGO / Panthermedia)
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Mi 22.06.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Aktuelle Abzock- und Betrugsversuche

E-Mails, SMS oder vermeintliche Spendenaufrufe - Betrugsversuche gibt es in vielen Versionen. Das Ziel: An Geld und oder an sensible Kundendaten kommen. Hier gibt es die aktuellsten Fälle.

Spam-Mails hatte wohl schon jede:r einmal im E-Mail-Postfach und auf den Prinzen aus einem fernen Land, der einem gerne drei Millionen Dollar schicken würde, sollte man heutzutage nicht mehr reinfallen. Die Maschen der Betrüger:innen, um an Geld oder sensible Daten zu kommen, sind inzwischen viel subtiler und perfider. Hier informieren wir Sie über aktuelle Fälle.

HKK warnt vor Betrug durch Anrufe

Die Handelskrankenkasse (HKK) warnt vor Fake-Anrufen, mit denen Betrüger an persönliche Daten kommen wollen. Es geht um eine vermeintliche Prämienzahlung durch die Krankenkasse. Diese warnte, dass es solche Anrufe, in denen nach persönlichen Daten gefragt wird, nicht gebe.
 
Die Betrüger:innen stellen während des Telefonats eine Prämie von der HKK in Aussicht und versuchen, mit diesem Trick an persönliche Daten wie Name, Adresse und vor allem die Bankverbindung der Versicherten zu gelangen. "Es wird dringend empfohlen, keinerlei sensible Daten am Telefon durchzugeben und ein fragwürdiges Telefonat schnell zu beenden", schreibt die Kasse hierzu in einer Pressemeldung. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der HKK.
 
Stand: 22.6.22

Telefonabzocke: vermeintlicher Pflegeservice

Verbraucherschützer waren besonders ältere Menschen vor Telefonabzocke mit Angeboten für einen Pflegeservice. Wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg am Freitag mitteilte, ruft der sogenannte Pflegeservice Smart, hinter dem eine Schweizer Firma steckt, ungewünscht an, um kostenpflichtige Unterstützung in Pflegefragen anzubieten. Demnach werden die Menschen in Gespräche über häusliche Pflege, Pflegestufen und Betreuungsleistungen verwickelt und es wird Hilfe dabei angeboten.
 
Nach dem Anruf flattern den Beschwerden der Verbraucherinnen und Verbrauchern zufolge dann oft Rechnungen über eine "Servicegebühr" von 129 Euro ins Haus. Laut Verbraucherzentrale ist sowohl unklar, woher die Anrufer die Nummern haben - möglicherweise werden Telefonbücher nach älter klingenden Namen durchforstet -, noch können sich die Opfer der Abzocke an irgendeinen abgeschlossenen Vertrag erinnern.
 
Die Verbraucherschützer raten in so einem Fall zu widersprechen, den angeblich geschlossenen Vertrag zu widerrufen und "auf keinen Fall zu bezahlen". Ein Widerruf per Mail funktioniere in der Regel gut. Im Zweifel sollten sich Betroffene an Verwandte wenden und um Hilfe bitten.

Phishing: Kontodaten geklaut

Dass E-Mail-Betrug auch heute noch Erfolg hat, aber inzwischen sehr viel cleverer geworden ist, zeigt ein Fall aus Brandenburg. Dort erhielt ein Verbraucher einen Link, worüber er seine neue Debitkarte durch Eingabe seiner Online-Banking-Zugangsdaten freischalten sollte. Besonders bitter: Er hatte vorher tatsächlich eine neue Bankkarte erhalten, schöpfte somit keinen Verdacht. Die Betrüger räumten das Konto leer, ihm entstanden 4.000 Euro Schaden. Von diesem Fall berichtet die Verbraucherzentrale Brandenburg.
 
"Banken versenden E-Mails mit Links, auf die Sie klicken sollen, nur in Ausnahmefällen. Dann geht es beispielsweise um neue AGBs, niemals aber um das Einloggen in Ihr Kundenkonto", so Sylvia Schönke, Finanzberaterin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, gegenüber dem Portal Mimikama.at. "Besser ist es immer, die Internetseite Ihrer Bank aufzurufen, indem Sie diese in das Adressfeld des Browsers eintippen. Wenn Sie nicht eindeutig entscheiden können, ob eine E-Mail echt ist und Sie einen Betrugsversuch vermuten, fragen Sie unbedingt bei Ihrer Bank nach, um Schaden zu vermeiden."