Oekotest hat verschiedene Grillkohle getestet (Quelle: IMAGO / Shotshop)
Bild: IMAGO / Shotshop

Fr 24.06.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 4 Minuten - Grillkohle: Was glüht da eigentlich?

Auch wenn Gasgrills aufholen, viele von uns setzen beim Grillen nach wie vor auf Holzkohle. Doch wo kommt das Holz eigentlich her, das für Hitze und Raucharoma sorgt? Ökotest hat nachgeforscht.

Grillen ist für viele Menschen nicht nur einfach die Zubereitung von Essen. Es ist ein nahezu feierliches Ritual, bei der alles stimmen muss. Das geht auch mit einem Elektro- oder Gasgrill, aber Grillgourmets schwören auf den rauchigen Geschmack von klassischen Kohlegrills.
 
Doch Grillkohle gibt es von vielen Anbietern, vom Discounter über den Baumarkt bis hin zu Online-Shops. Idealerweise greift man zu möglichst nachhaltigen Produkten, aber stimmen Deklarationen auch immer? Das Magazin Ökotest hat sich aktuell acht Marken körnige Holzkohle und zehn Marken feste Briketts angeschaut.

Elf von 18 empfehlenswert

Das Gute zuerst: Elf von insgesamt 18 getesteten Produkten erhalten die Noten "sehr gut" oder "gut", darunter Produkte von Händlern wie Edeka oder Bauhaus, aber auch Bio-Kohle von Nero. Bei allen stimmte nicht nur die Glüh- und Grillleistung, besonderen Fokus setzten die Experten auch auf das verwendete Holz.
 
Bei allen empfehlenswerten Produkten ist drin, was draufsteht. Im Labor wurde untersucht, ob die Deklaration auf der Verpackung mit dem Inhalt übereinstimmt und zudem, ob die genannten Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft auch rechtmäßig verwendet werden.
 
"Um auszuschließen, dass für Briketts und Holzkohle Raubbau in Urwäldern betrieben oder illegal Holz geschlagen wurde, muss man die Herkunft des Holzes nachvollziehen können. Wir haben die Hersteller gebeten uns dazu Angaben zu machen", schreiben die Expert:innen dazu.

Muss es bio sein?

Beim Grillgut achten Verbraucher:innen immer öfter auf Bioprodukte, aber muss auch die Kohle bio sein? Nicht unbedingt, wenn es sich um nachhaltig geforstetes Holz handelt. Unter Umständen können dazu auch Tropenhölzer gehören, nämlich dann, wenn es ökologisch Sinn ergibt. Als Beispiel nennt Ökotest Namibia, von wo das Material der Produkte "Flammenco Grill-Holzkohlebrikett" und "BBQ Grill-Holzkohle" stammt.
 
Für diese "werden Resthölzer aus Forstprogrammen zum Stopp der Verbuschung von Weideland verwendet. Eingeschleppte Arten, darunter Fabaceae (Hülsenfrüchtler), zu denen die Akazie und der Farbkätzchenstrauch zählen, breiten sich dort massenhaft aus. Diese Produkte tragen ein FSC-Label und weisen die Herkunft der Hölzer aus nachhaltiger Holzwirtschaft nach. Deklaration und Laboranalyse der Holzarten stimmen überein – alles gut also", schreiben die Tester:innen. Auch Anteile der Weber Briquettes stammen aus solchem Holz und sind auch so deklariert.
 
Auch eine Alternative aus Olivenkernen, "Olio Bric Gourmet-Grill-Briketts", überzeugt mit der Note "sehr gut".

Produkte mit Braun- und Steinkohle fallen durch

Negativ fielen zwei Produkte des Herstellers Alschu auf, in denen Braun- oder Steinkohle verwendet wurde. Die Artikel Favorit Grill Qualitäts-Holzkohle und Favorit Grill Holzkohle-Briketts enthalten beide solche Brennstoffe. Ökotest hält die Verwendung von fossilen Brennstoffen für nicht nachhaltig.

Anmerkung der Redaktion (12.07.2022): Ökotest ist nach eigenen Angaben im Test ein Fehler unterlaufen. Danach seien die Weber Briquettes nicht "mangelhaft", sondern "sehr gut". Das enthaltene Tropenholz sei FSC-zertifiziert. Wir haben unserem Artikel entsprechend korrigiert.