Wasserfilter können für Geräte, wie hier einen Wasserkocher, sinnvoll sein (Quelle: IMAGO / Westend61)
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Mi 22.06.2022 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Wasserfilter: "völig unnötig"

Leitungswasser ist günstig, umweltfreundlich und sauber - aber in Berlin und Brandenburg auch ziemlich hart. Wasserfilter sollen helfen, im Test von Stiftung Warentest kann aber keiner überzeugen.

Am Boden des Wasserkochers ist eine weiße Kruste, die Badarmaturen sind voller Flecken und die Kaffeemaschine muss gefühlt stündlich entkalkt werden - viele Menschen aus der Region Berlin/Brandenburg kennen die Folgen von hartem Wasser. Das ist zwar weder für den Putzaufwand noch viele Haushaltsgeräte gut, aber wohl wenigstens für uns: Untersuchungen der Wasserbetriebe zeigen, dass wir mit hoher Wasserhärte auch wertvolle Stoffe wie Calcium oder Eisen bekommen, die wir täglich benötigen.
 
Damit allerdings Geräte nicht leiden, greifen manche Menschen zu Wasserfiltern. Stiftung Warentest hat nun acht verschiedene Filter untersucht - und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Wenig Leistung, hohe Kosten

Weiches klares Wasser, ohne Ablagerungen - das versprechen Wasserfilter. Stiftung Warentest hat dieses Versprechen - und weitere Parameter - jetzt bei acht verschiedenen Wasserfiltern untersucht. Das ernüchternde Ergebnis: Die meisten schaffen gerade mal ein paar Liter, wenn überhaupt und selbst der "Testsieger" von Brita erreicht mit Note 3,5 gerade so ein "befriedigend".
 
Eine Fremdkartusche von Yucona fällt komplett durch: "Diese enthärtete schon im Neuzustand schlecht und trug Schimmelpilze ins Wasser ein. Das ist mangelhaft", schreiben die Tester:innen.

Öfter wechseln

Viele Hersteller geben an, die Kartusche einmal im Monat wechseln zu müssen, die Tester:innen stellten jedoch fest, dass das je nach gefilterter Menge schon nach ein bis zwei Wochen passieren muss, da sonst die Filterleistung kaum noch vorhanden ist. Das wird dann schnell teuer. Zwar gibt es die Kannen in der Regel für unter 20 Euro, die einzelnen Kartuschen kosten jedoch zwischen 2,65 Euro und 6,65 Euro. Außerdem verursacht der häufige Wechsel unnötig Müll.
 
"Für fast alle Haushalte in Deutschland ist das völlig unnötig. Die meisten brauchen ihr Leitungswasser nicht aufzubereiten. Nahezu überall fließt einwandfreies Trinkwasser aus der Leitung", heißt es bei Stiftung Warentest. "Höchstens für Teegourmets kann ein Wasserfilter zu Hause interessant sein“, so Warentester Stephan Scherfenberg. Und: Auch die wertvollen Inhaltsstoffe verschwinden durch Filter aus dem Wasser.

Was sind die Alternativen?

Auch wenn in Flaschen gekauftes Mineralwasser im Vergleich zu Leitungswasser um ein Vielfaches schlechter für die Umwelt ist, so schneidet es bei den Expert:innen dennoch besser ab als die Filter. Insbesondere, wenn man darauf achtet, dass das Wasser nicht tausende Kilometer transportiert wurde, also aus der Region kommt. Auch hier werden die Inhaltsstoffe streng kontrolliert und man kann sich in der Regel sicher sein, dass keine Keime und Schimmel ins Wasser gelangen.