Laufender Wasserhahn (Foto: imago/Photocase)
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Fr 22.03.2019 | Beitrag | Lesedauer etwa 3 Minuten - Wasser sparen: Größer denken!

Vier Tipps zum Weltwassertag

117 Liter Wasser verbraucht der Berliner am Tag, der Brandenburger mit 111 Liter nur knapp weniger. Mehr als die Hälfte davon geht für Körperpflege und Toilettenspülung drauf. Für Essen und Trinken sind es ungefähr "nur" 5 Liter. Aber das ist allein das Wasser, das wir hier direkt vor Ort verbrauchen. Und da wir derzeit keinen Wassermangel in der Region haben, ist das auch nicht das Problem. Viel, viel mehr Wasser steckt allerdings in Dingen, in denen wir es gar nicht sehen - und das an Stellen verbraucht wird, wo es eher knapp ist. Wir haben daher Tipps gesammelt, wie Sie nachhaltig und "virtuell" Wasser sparen können.

1. Keine neuen Sachen kaufen
 
Gehen Sie shoppen in Second-Hand-Läden, auf Flohmärkten, machen Sie Kleidertauschpartys (und entorgen dort gleich die Schrankleichen aus der eigenen Garderobe) - Altes auftragen und keine neue Kleidung kaufen, das spart gigantische Mengen an Wasser. Allein für die Produktion einer Jeans werden etwa 8.000 Liter Wasser benötigt. Um Kleidung aus Baumwolle zu fertigen, braucht man im Schnitt 10.000 Liter Wasser pro Kilogramm Kleidung. 85 Prozent davon verbraucht die Herstellung der Baumwolle, allein in die Bewässerung fließt mehr als die Hälfte des Wassers. Die übrigen 15 Prozent sind für alle weiteren Arbeitsschritte nötig.

Verkäuferin berät Kundin im Second-Hand-Laden (Foto: imago/Westend61)

2. Weniger Fleisch essen
 
Pflanzliche Lebensmittel schneiden bei der Berechnung des sogenannten "Wasser-Fußabdrucks" oft besser ab als tierische. Grund: Da Tiere mit Pflanzen gefüttert werden, verbraucht die Fleischproduktion mehr Wasser. Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, müssen bis zu drei Kilo pflanzliche Produkte verfüttert werden. Wissenschaftler kommen zum Ergebnis: Eine rein vegetarische Ernährung könnte den Wasserverbrauch in der Agrarwirtschaft und der Lebensmittelproduktion drastisch senken, nämlich um bis zu 55 Prozent - hier nachzulesen. Aber auch schon zwei oder drei fleischlose Tage pro Woche würde die eigene Ökobilanz ordentlich aufpolieren.

Kuh auf der Alm (Foto: imago/ Eibner Europa)

3. Saisonal und regional einkaufen
 
Erdbeeren und Tomaten im Winter? Die Supermarkt-Theke mag verlockend sein, aber überdenken Sie, ob es wirklich nötig ist. Denn eine entscheidende Rolle für den Wasserbrauch ist, woher das Lebensmittel stammt. Wer viel regionale und saisonale Lebensmittel kauft, senkt seinen Wasser-Fußabdruck. Denn Ware aus der Region hat oft einen sehr viel geringeren Wasserverbrauch als Importware aus südlichen Ländern. Was, wann Saison hat, kann man hier nachschlagen.

4. Produkte lange benutzen
 
In einem Computer stecken 20.000 Liter virtuelles Wasser, in einem Smartphone 910 Liter. Handy, Tablets oder Laptops werden oft ersetzt, bevor sie kaputt sind. Es muss ja nicht immer der neueste Trend sein. Wer seine Geräte so lange wie möglich nutzt, spart richtig viel Wasser. Und: Defekte Elektrogeräte am besten beim Händler zurückgeben. Dann können einige Rohstoffe wiederverwendet werden, ohne dass dafür zusätzliches Wasser verbraucht wird.