Online-Banking (Quelle: imago/PhotoAlto)
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Fr 13.09.2019 | Beitrag | Lesedauer etwa 8 Minuten - Online-Banking: sicherer, aber komplizierter

Neue EU-Richtline tritt nun in Kraft - Betrüger nutzen das aus

Rund zwei Drittel der Deutschen nutzen Online-Banking. Auf der Website oder in der Smartphone-App ihrer Bank geben sie einfach ihren Benutzernamen und das Passwort ein, schon können sie ihren Kontostand sehen. Ab dem 14. September wird das komplizierter. Grund ist die Umsetzung einer EU-Richtlinie (zweite EU-Zahlungsdienstrichtlinie, PSD2), die den Zahlungsverkehr für Verbraucher in der Europäischen Union günstiger sowie sicherer und eigentlich auch bequemer machen soll.

Vor allem das Online-Banking und der Einkauf im Internet werden sich ändern. Viele Bankkunden bekommen deshalb in diesen Tagen Post von ihrer Bank, in der diese ihre Kunden über die Änderungen informiert. Dazu gehört auch die sogenannte starke Kundenauthentifizierung. Sie führt einerseits dazu, dass Betrüger mit gestohlenen Bankkarten und Bankzugangsdaten weniger anfangen können, andererseits machen die neuen Regeln etliche einfache Abläufe kompliziert.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

  • Einloggen beim Online-Banking

  • Einloggen in der App der Bank

  • Überweisungen freigeben

  • Bezahlen per Kreditkarte im Internet

  • Andere Online-Bezahlverfahren

  • Kontozugriff durch Drittanbieter

Achtung, Betrugsrisiko!

Das große Problem bei solchen Umstellungen: Sie stiften Verwirrung bei Bankkunden und öffnen Türen für Betrüger. Die Verbraucherzentrale (VBZ) und das Landeskriminalamt (LKA) warnen vor Phishing-Mails an Kunden der Sparkasse, der Volks- und Raiffeisenbanken und Paypal. In den Mails werden die Bankkunden wegen der für die neue Richtlinie erforderlichen Umstellung dazu aufgefordert, ihre Kundendaten neu zu bestätigen. Eine Masche, mit der Betrüger an persönliche Bankdaten kommen. Damit Ihnen das nicht passiert, haben VBZ und LKA ein paar Hinweise formuliert:  

1. Seien Sie misstrauisch! Phishing-Mails können sehr seriös und überzeugend echt wirken. Bekannte Absenderangaben sind oft gefälscht und sollen Vertrauen erwecken.

2. Keine Nachfragen per Mail! Banken oder Zahlungsdienste fragen niemals Kundendaten oder Zugangsdaten zum Konto per Mail ab.

3. Nachfragen! Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Bank oder dem Zahlungsdienst nach.

4. Keine Links anklicken! Klicken Sie in einer E-Mail niemals Links an und öffnen Sie keine Dateianhänge, wenn auch nur der geringste Zweifel an der Sinnhaftigkeit oder Echtheit der Anlage besteht.

5. Maßnahmen überprüfen! Werden Sie hellhörig, wenn jemand Sie telefonisch oder per Mail kontaktiert und mit Verweis auf die PSD2 irgendwelche angeblich notwendigen Maßnahmen ankündigt oder von Ihnen verlangt. Prüfen Sie kritisch, ob diese Maßnahmen überhaupt erforderlich sind.