E-Rezept-App (Quelle: picture alliance/dpa | Christoph Dernbach)
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Mi 29.09.2021 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - Das geht neu oder anders im Oktober 2021

Kostenpflichtige Schnelltests, elektronische Rezepte und Impfbusse

Quarantäne und Schnelltests

Ungeimpfte werden für Verdienstausfälle wegen einer angeordneten Corona-Quarantäne ab Oktober im Normalfall nicht mehr entschädigt. Einen bundesweit einheitlichen Starttermin gibt es nicht, aber die Bundesländer wollen diese Regelung im Laufe des Monats umsetzen. Im Bund-Länder-Beschluss ist der 1. November 2021 als spätester Termin vorgesehen.
 
Bereits ab dem 11. Oktober müssen Schnelltests, die etwa beim Restaurant- oder Kinobesuch benötigt werden, von Ungeimpften in der Regel selbst bezahlt werden.

Mehr Preistransparenz an der Tanke

Größere Tankstellen sind ab 1. Oktober verpflichtet, einen Kostenvergleich verschiedener Energieträger wie Benzin, Diesel, Strom, Erdgas oder Wasserstoff in Euro je 100 Kilometer an Zapfsäulen oder im Verkaufsraum auszuhängen. Damit sollen Verbraucherinnen und Verbraucher besser vergleichen und auch besser alternative Energiequellen in Betracht ziehen können - mittelfristig beim Kauf eines neuen Autos. Denn spontan "umtanken" ist ja schlicht unmöglich.

Das eRezept kommt noch öfter

Nach einer Testphase in Berlin und Brandenburg können Arztpraxen vom 1. Oktober an bundesweit freiwillig elektronische Arzneirezepte ausstellen. Patienten können die eRezepte dann zum Beispiel per Smartphone verwalten, ein Ausdruck auf Papier ist aber weiterhin möglich. Ab Januar ist das eRezept für verschreibungspflichtige Medikamente Pflicht.

Änderung bei Inkassoverfahren

Erleichterung für Schuldner kleiner Beträge: Inkassodienstleister müssen Betroffene schon beim ersten Kontakt in der Regel informieren, in wessen Auftrag sie handeln, um welchen Vertrag es geht und welche Kosten bei Verzug entstehen könnten. Bei Schulden bis 500 Euro sind die Inkassogebühren zukünftig bei 53 Euro gedeckelt, bei Kleinstschulden bis 50 Euro bei 32,40 Euro. Wichtige Teile des Gesetzes treten am 1. Oktober in Kraft.

Vier Corona-Impfbusse für Berlin

Ab Anfang Oktober fahren vier Corona-Impfbusse durch die Stadt und sollen sowohl die Impfquote weiter vorantreiben, auch indem sie Randbezirke erreichen. Die genauen Routen sollen ebenfalls Anfang Oktober bekannt gegeben werden. In den zweistöckigen Bussen gibt es jeweils zwei Impfkabinen, pro Stunde können somit bis zu 20 Menschen geimpft werden, als Impfstoff wird das Vakzin von Moderna genutzt. Jeder ab zwölf Jahren darf vorbeikommen, wer einen digitalen Impfnachweis wünscht, muss einen Personalausweis vorlegen. Auch Auffrischungsimpfungen seien möglich, sofern man zur berechtigten Gruppe gehöre.

AU-Schein künftig digital

Wer sich in Zukunft krank meldet und dafür eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhält, muss diese nicht mehr per Post an die Krankenkasse versenden. Bereits im Januar sollte die Änderung stattfinden, ab 1. Oktober ist es nun endlich soweit, dass der "gelbe Schein" elektronisch an die Krankenkassen übermittelt wird. Ab Juli 2022 soll das auch für den Arbeitgeber funktionieren, womit der postalische Versand gänzlich entfallen würde.

Keine Vertragsabschlüsse nur am Telefon

Ab 1. Oktober tritt der erste Teil eines neuen Gesetzes für faire Verbraucherverträge in Kraft. Strom- und Gasverträge dürfen ab dann nicht mehr nur telefonisch abgeschlossen werden, Kunden und Kundinnen müssen zusätzlich eine Mail, SMS, Fax oder per Post über den Vertragsabschluss informiert werden.
 
Ein weiterer Punkt des Gesetztes: Unternehmen dürfen in den AGB nicht mehr vermerken, dass statt Geldrückzahlungen ein Gutschein akzeptiert werden muss, beispielsweise bei Flugverspätungen.