Kassierer mit Mundschutz im Supermarkt (Quelle: dpa)
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Fr 31.07.2020 | Beitrag | Lesedauer etwa 6 Minuten - Das geht neu oder anders im August 2020

Kürzere Arbeitszeiten für Systemrelevante, letzte Chance für Corona-Geldspritze

Covid-19-Arbeitszeitverordnung tritt außer Kraft

Keine Zwölf-Stunden-Schichten mehr für "Systemrelevante": Die Arbeitszeitverordnung, die zu Beginn der Coronakrise in Kraft trat und es erlaubte, die Arbeitszeit in sogenannten systemrelevanten Berufen auf bis zu zwölf Stunden am Tag auszudehnen, läuft zum August aus. Auch die Arbeit an Sonn- und Feiertagen wird dann wieder untersagt sein. Ausnahmen kann es allerdings weiterhin geben.

Letzte Möglichkeit, Überbrückungshilfe zu beantragen

Nur noch bis Ende August können kleine und mittelständische Unternehmen die Überbrückungshilfe beantragen, die die Schäden der Coronapandemie etwas abmildern soll. Erstattet werden hier fixe Betriebskosten von bis zu 50.000 Euro pro Monat - für die Monate Juni bis August.

Teilweise Pflichtests für Reiserückkehrer

Wer als Reisender aus einem der rund 130 Corona-Risikogebieten zurückkommt, muss sich ab Anfang August bei Ankunft in Deutschland auf das Coronavirus testen lassen. Rechtliche Grundlage für den Pflichttest ist das Infektionsschutzgesetz. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein. Aktuell sollen sie an Flug- und Seehäfen stattfinden, die Testpflicht besteht aber auch für Autofahrer und Zug- oder Busreisende.

Regionen und Länder, die als Risikogebiete gelten, können Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts (RKI) einsehen.

Kreuzfahrtschiffe fahren wieder

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Gebiete außerhalb der EU besteht nach aktuellem Stand noch bis zum 31. August. Nichtsdestotrotz nimmt eine Vielzahl an Kreuzfahrtschiffen wieder den Betrieb auf - allerdings: ohne Landgang. Die Anbieter wollen sich langsam zurück Richtung Normalbetrieb tasten.

Für den Anfang heißt das für Kreuzfahrtreisende auch, dass auf den Schiffen strenge Sicherheitsregeln eingehalten werden müssen, Wegeleitsysteme werden dafür sorgen, Menschen auf Abstand zu halten, das Einchecken geht nur online, zudem müssen alle Mitfahrer Gesundheitsfragebögen ausfüllen. Und das Sightseeing abseits des Schiffes fällt eben ganz weg.

Weiterbildung stärker gefördert

Das ehemalige Meister-Bafög, jetzt Aufstiegs-Bafög, erfährt zum August einige Neuerungen. Wer sich zum Meister oder Fachwirt weiterbilden lässt oder zum Beispiel in sozialen Berufen eine Fortbildung macht, bekommt ab August höhere Zuschüsse für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren: Mindestens 50 Prozent der Kosten übernimmt der Staat nun. Beim Bestehen der Prüfung gibt es einen zusätzlichen Zuschuss.

Außerdem kann das Aufstiegs-Bafög nun für bis zu drei Weiterbildungen beantragt werden, nicht wie bisher lediglich für eine.

Für schulische Fortbildungen werden ab August die kompletten Kosten übernommen, nicht wie bislang die Hälfte. Außerdem gibt es für alle Bezieher von Aufstiegs-Bafög höhere Zuschläge für die Kinderbetreuung; Zuschüsse zum Lebensunterhalt müssen nicht zurückgezahlt werden.

Höhere Berufsausbildungsbeihilfe für Azubis

Azubis, die nicht mehr bei den Eltern leben, sind unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, eine Berufsausbildungsbeihilfe zu erhalten. Die Sätze dafür steigen im August an, der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen liegt dann bei 723 Euro pro Monat. Zusätzlich steigen auch die Einkommensfreibeträge.