Mann mit Faust im Tunnel (Quelle: imago/STPP)
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Prävention - Gewaltsame Angriffe: Wie kann man sich wehren?

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen in der Öffentlichkeit tätlich angegriffen werden. Wie kann man sich davor schützen? Wie kann man sich wehren, um nicht verprügelt zu werden? Und: Wie verhalten sich Frauen richtig, wenn ihnen jemand zu nahe kommt? 

Jascha Wozniak, Präventionsexperte und –trainer, und Claudia Sponholz, Opferschutzbeauftragte der Polizei Brandenburg, Landkreis Teltow-Fläming, geben live im Studio Tipps, wie Sie sich erfolgreich aus Gefahrensituationen befreien können und welche Hilfe Sie nach einem Angriff in Anspruch nehmen können.

Tipps: Wie wehre ich mich richtig?

Anhand von drei Beispielsituationen gibt Präventionsexperte Jascha Wozniak Tipps, wie Sie sich in Gewaltsituationen richtig verhalten:

Beispiel 1: Wenn sich Autofahrer und Fahrradfahrer um Ihr Recht streiten

Sobald ein Autofahrer aggressiv das Auto verlässt und auf einen Fahrradfahrer zukommt, empfiehlt Wozniak dem Fahrradfahrer folgendes Verhalten:

·         Machen Sie keine Schuldzuweisungen und zeigen Sie nicht mit dem Finger auf den Autofahrer denn dieses Verhalten macht ihn nur noch aggressiver.

·         Vermeiden Sie Beleidigungen, Beschimpfungen und Provokationen

·         Steigen sie von ihrem Fahrrad ab und stellen Sie es als Schutz zwischen sich und dem Autofahrer. So hat der Autofahrer keine Chance, sie vom Fahrrad zu schubsen.

Beispiel 2: Wenn ein Mann einer Frau zu nahe kommt

In dieser Situation rät der Präventionsexperte der Frau zu einem sogenannten fluchtorientierten Verhalten:

-          Gehen Sie wenn möglich sofort auf Distanz und sprechen Sie laut mit klaren Ansagen wie: "Stopp das möchte ich nicht.", oder: "Sie kommen mir zu nah."

-          Attackieren Sie den Mann, um ihn dadurch abzulenken und danach die Flucht ergreifen zu können. Treten Sie ihm beispielsweise kräftig auf den Fuß, oder stoßen sie ihn weg.

Beispiel 3: Wenn jemand von hinten mit Gewalt umklammert wird

Wenn man schon im Klammergriff festgehalten wird, empfiehlt der Experte einen fluchtorientierten Angriff:

-          Jascha Wozniak rät als Präventionsmaßnahme, in unsicheren Situationen einen spitzen Stift, wie kleine Bleistifte und Kugelschreiber oder eine Taschenlampe in der Hand zu halten. Wenn sie festgehalten werden, sollten sie mit voller Wucht dem Angreifer den Stift in die Hand rammen, oder ihm mit der Taschenlampe direkt ins Gesicht leuchten. Durch diese unerwartete Reaktion löst der Angreifer meist automatisch den Klammergriff. Dann müssen Sie so schnell wie möglich die Flucht ergreifen.

Tipps: Was mache ich, wenn ich ein Zeuge einer Gewalttat bin?

Es gibt vier Gründe dafür, dass man in einer Gewaltsituation zögert, dem Opfer zu helfen:

Ich habe Angst, auch angegriffen zu werden.

Ich bin mir unsicher, wie ich richtig helfe.

Ich denke, es können doch besser die anderen Menschen helfen.

Ich habe Angst vor rechtlichen Konsequenzen, falls ich eingreife.

Folgende Verhaltensweisen empfiehlt Präventionsexperte Jascha Wozniak generell in einer solchen Situation:

Halten Sie Abstand zum aggressiven Täter. Geben Sie ihm mit Ihrem Verhalten die Möglichkeit, abhauen zu können. Sprechen Sie den Täter laut an, ohne ihn anzuschauen. Vermeiden Sie Provokationen. Filmen oder fotografieren Sie nicht.

Und: Die Gruppe macht den Einzelnen stark. Unter diesem Motto sollte einem Opfer bei einer Gewalttat am besten gemeinsam geholfen werden: Teilen Sie sich die Hilfe mit anderen! Das hilft auch, die eigene Angst zu minimieren! Ein Helfer sollte zum Beispiel versuchen, die Aktion zu koordinieren. Das heißt, er bittet eine andere Person aus der Gruppe, die Polizei zu alarmieren, eine weitere Person sollte ein Handy hochhalten und laut rufen, dass man schon die Polizei informiert hat. Andere Helfer aus der Gruppe sollten den Täter anschreien: Er solle abhauen, er solle aufhören, er solle weggehen.

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