Jürgen Schirrmeister (Quelle: rbb)
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Interview mit Jürgen Schirrmeister, Leiter der Prävention von der Polizei Brandenburg - Einbruch im Eigenheim – Wie kann ich mich schützen?

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Berlin und Brandenburg ist im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie 2017 um 23 Prozent. Auch die Aufklärungsquote erhöhte sich leicht auf 17,8 Prozent.

Erstmal ein positiver Trend. Doch jetzt wird es wieder deutlich früher dunkel. Ideale Bedingungen für Einbrecher, gerade, wenn Häuser am Rand von Siedlungen stehen. Hier können sie weitgehend unbemerkt agieren und hinterlassen nur selten verwertbare Spuren. Jürgen Schirrmeister ist Präventionsbeauftragter der Polizei Brandenburg und gibt Tipps, wie man sich am besten vor Einbrüchen schützen kann.

Wie kann man sich generell vor Einbrüchen schützen?

Schützen Sie Ihre Häuser mit mechanischer Sicherung. Es gibt da verschiedene Standards, wir empfehlen die Widerstandsklasse RC2. Das heißt: lassen Sie an Fenstern oder Türen zusätzliche Bauteile einbauen, die es dem Einbrecher erschweren, mit herkömmlichem Werkzeug ins Haus einzudringen. Das können zum Beispiel Verriegelungsteile, Türschaltsperren oder Schutzbeschläge sein. Kombinieren Sie das gegebenenfalls mit einer Alarmanlage und dann sind Sie gut aufgestellt.

Nimmt die Einbruchsrate mit zunehmender Dunkelheit zu?

In die Zukunft kann keiner gucken, aber in den vergangenen Jahren ist in der dunklen Jahreszeit immer vermehrt eingebrochen worden.
Die Besonderheit im Winter ist, dass der Dieb durch die lange Dunkelheit eher ungesehen auf das Grundstück gelangen und leichter erkennen kann, ob jemand zu Hause ist oder nicht.
Dem kann man mit Zeitschaltuhren oder Bewegungsmeldern entgegenwirken.

Was kann man tun, wenn doch jemand eingebrochen ist?

Wenn jemand im Haus eingebrochen ist, sollten Sie den Tatort nicht betreten und umgehend die Polizei rufen und die Ermittlungen den Profis überlassen.

Was kann man tun, wenn jemand einbricht, obwohl man selbst zu Hause ist?

Wenn Sie bemerken, es ist jemand im Haus, dann seien Sie so laut wie möglich, machen Sie Licht an und zeigen Sie, dass Sie da sind. Verstecken Sie sich nicht, denn wenn der Dieb Sie doch findet, ist die Distanz zwischen Ihnen als Eigentümer und dem Dieb sehr gering. Und wie der Einbrecher dann reagiert, weiß man nicht. Je größer die Distanz zwischen Eigentümer und Täter, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert.

Wo kann man sich über Präventionsmaßnahmen informieren?

Die Polizei bietet kostenlose Beratungen an. Sie kommt auf Wunsch ins Eigenheim und gibt ganz individuelle Empfehlungen, wie sich der Eigentümer schützen kann. Wir kennen in der Regel die Vorgehensweisen der Täter und können so ganz gezielte Tipps geben.

Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Susann Krieger.