Internetkriminalität
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Internetkriminalität (Quelle: imago) | Bild: imago stock&people

- Wie schütze ich mich vor unseriösen Internet-Shops?

Mit sogenannten Fake-Shops erbeuten Trickbetrüger hohe Geldsummen für Ware, die nie an den Kunden versendet wird.  "Täter – Opfer ­– Polizei" gibt Tipps, wie Sie sich schützen können.

Betrüger erstellen Onlineseiten, auf denen sie vermeintliche Neuware, wie Spielekonsolen und Handys zu günstigen Preisen anbieten. Wer bei den Fake-Shops bestellt, wird zur Vorkasse gebeten und bekommt die bestellte Ware niemals zugeschickt. Die Täter agieren aus dem Ausland und geben sich im Impressum als Tochterfirmen von tatsächlich existierenden Unternehmen aus. Nach kurzer Zeit verschwinden die Fake-Shops aus dem Netz, tauchen jedoch schnell unter neuem Namen wieder auf.

Jürgen Schirrmeister, Präventionsexperte der Polizei Brandenburg hat mit uns über die Masche der Online-Betrüger gesprochen.

Wie erkenne ich einen Fake-Shop?

Es ist schwierig, Fake-Shops zu erkennen. Technisch sind sie aufgebaut, wie reguläre Online-Shops, sie sehen echt aus. Manche Anzeichen weisen jedoch auf einen Fake-Shop hin: Wenn das Impressum fehlt, ist das ein klares Anzeichen. Gibt es ein Impressum, ist es sinnvoll, sich das genauer anzuschauen. Denn wenn darin Kontakte wie eine Emailadresse, Telefonnummern oder die Firmenadresse fehlen, ist das ebenso ein Anzeichen für einen unseriösen Shop. Auch AGBs und das Widerrufsrecht sind wichtige Angaben. Fehlen diese, kann man davon ausgehen, dass dahinter kein aufrichtiges Verkaufsportal steht.

Eine weitere wichtige Kontrolle ist die externe Kundenbewertung. Die findet man über die Stichwortsuche: Kundenbewertung und den Namen der Firma. Ein weiterer Hinweis sind die Preise. Sind sie deutlich günstiger als regulär, kann das auch ein Anzeichen für einen betrügerischen Online-Shop sein.

Gibt es ein Siegel, an dem ich mich orientieren kann?

Es gibt verschiedene Internet-Siegel, die einen seriösen Online-Shop auszeichnen, wie trusted shops, eKOMI und TÜV Süd. Diese können aber auch missbraucht werden. Kontrollieren kann man dies, indem man auf das Siegel klickt. Wenn das Siegel echt ist, gelangt man auf die Internetseite  des Gütesiegels. Wenn das Siegel gefälscht ist, wird man nicht weitergeleitet.

Wo kann ich mich über Fake-Shops informieren, gibt es eine sogenannte "schwarze Liste"?

Da Fake-Shops nur kurzfristig im Internet sind, gibt es kaum aktuelle "schwarze Listen". Stattdessen hilft hier die externe Kundenbewertung. 

Was ist die sicherste Zahlungsart?

Per Rechnung zu bezahlen ist die zuverlässigste Zahlungsart. Paypal ist die zweitsicherste Methode. Vorkasse ist keinesfalls zu empfehlen.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Opfer eines Betrugs geworden bin?

Bei Unstimmigkeiten sollte man sich zunächst an den Verkäufer wenden. Wenn klar ist, dass ein Betrug vorliegt, sollte bei der Polizei Anzeige erstattet werden. Informationen kann man sich bei der Verbraucherzentrale einholen.

Wie bekomme ich mein Geld zurück?

Wenn das Geld erst einmal weg ist, ist es schwierig es wieder zu bekommen. Denn wird der Betrüger nicht gefunden, kann dafür keiner belangt werden. Deshalb rät Jürgen Schirrmeister dazu, nur dann zu zahlen, wenn die Rechtslage klar ist. Von Vorkasse rät er dringend ab.

Wie schütze ich mich als Verkäufer z.B. bei ebay? Welche Zahlungsarten darf ich nicht annehmen?

Bei größeren Summen ist ein Kaufvertrag ratsam, der die Zahlung und auch die Rückgaberegelung bei nicht Gefallen regelt. Schecks, können nicht gedeckt sein. Sie sollten erst bei der Bank überprüft werden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich mit Drohmails und Zahlungsaufforderungen bis zu Inkassoandrohungen belästigt werde?

Bei unklarer Rechtslage wird empfohlen niemals zu zahlen. Bei Unsicherheit, ob vielleicht doch ein Kauf getätigt wurde, sollte man von seinem zweiwöchigen Widerrufsrecht Gebrauch machen. Hat der Verkäufer nicht auf das Widerrufssrecht hingewiesen, hat der Käufer sogar für einen noch längeren Zeitraum die Möglichkeit, von seinem Kauf zurückzutreten.

Welches ist Ihr persönlicher Tipp?

Niemals per Vorkasse zahlen! Im "realen Leben" würde es niemandem einfallen einem Verkäufer 50 Euro in die Hand zu drücken und darauf zu warten, dass dieser am nächsten Tag mit einem Rasenmäher zurückkommt. Und genauso, sollte man sich auch im Internet verhalten: Keinem Unbekannten Geld geben, bevor man nicht die Ware erhalten hat.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Schirrmeister.
Das Interview führte Uta Damm