Theodor Fontane liebte die frische Luft, aber weniger die Zustände auf dem Land.
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Theodor Fontane liebte die frische Luft, aber weniger die Zustände auf dem Land. | Bild: rbb

Aufenthalte in der Sommerfrische förderten die Kreativität - Fontanes Frust am Landleben

Theodor Fontane fuhr jedes Jahr in die Sommerfrische seit den 1860er und es werden meist Arbeitsaufenthalte. Er entdeckt und erobert neue Orte, wie Kalkberge in Rüdersdorf und Hankels Ablage in Zeuthen.

Da Fontane ja nie über Reichtümer verfügte, musste er auch bescheidene Unterkünfte wählen. Eigentlich suchte er die Orte auch nach Typen aus. Er liebte märkische Charaktere, wie den Fischer Käppel in Zeuthen. Aber wenn es um die Unterkunft ging, meckert er und beschwert sich in seinen Briefen an seine Frau. "Jeder Ort in Deutschland scheitert am Örtchen, denn die Toilettenverhältnisse in den Sommerfrischen entsprachen in der Regel nicht seinen Vorstellungen", so der Fontane-Experte Hubertus Fischer. 

In Rüdersdorf fiel ihm besonders die typische Mischung von Jauche und Levkoje auf, andererseits lobt er die Stille im Ort. Auch in Zeuthen befällt ihn "ein ahnungsvolles Grauen - es sieht alles sehr mäuserig aus", aber die Leute, die Wirte, der Familien versöhnen ihn. Er sagt, er sei eben "Nicht der Mann für Biarritz".

 

Ein Beitrag von Dagmar Lembke.


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