Quelle: rbb
rbb
Bild: rbb

Eine ostdeutsche Missionarin wollte in Tansania helfen - Aus Freienwalde in die Welt

Die Missionsschwester Christa Müller macht sich im Herbst 1957 auf den Weg nach Afrika, nach Tansania. Was aus heutiger Sicht vielleicht nicht gerade als herausragendes Ereignis klingt, war für Christa Müller in doppelter Hinsicht ein Weg ins Ungewisse. Denn sie lebte in der DDR und da war eine Reise nach Tansania alles andere als normal.

So wurde es zu einer Ausreise und Ausbürgerung. In einem Schreiben hieß es, dass die Ausreise genehmigt sei und Christa Müller die DDR in 14 Tagen zu verlassen hatte. Beim Abschied vom kleinen Malchetal bei Bad Freienwalde, das der Frauenmission Malche ihren Namen gab fühlte sich Christa Müller geführt. Gott hatte sie gerufen und sie fühlte sich nicht ängstlich.

1898 wurde die Mission vom evangelischen Pfarrer Ernst Lohmann gegründet. Eine wohlhabende Familie gab das Grundstück. Die Offizierstöchter Lou und Wally Hochstätter waren die ersten Lehrerinnen. Die Malche - Missionarinnen erhielten dort eine zweijährige  Ausbildung: In Bibelkunde und Pädagogik. Außerdem mussten alle Seminaristinnen mitarbeiten, das Gut selbst zu versorgen. Danach wurden sie als Missionslehrerinnen über befreundete Organisationen in die ganze Welt vermittelt.

Christa Müller erlebte 1961 den weltgeschichtlichen Augenblick der Unabhängigkeit Tansanias mit und die heute 94jährige ist immer noch sehr bewegt, wenn sie darüber spricht. Bis 1977 blieb sie in Tansania, wollte dann wieder zurück nach Bad Freienwalde. Doch das ging natürlich nicht so einfach. Die DDR-Behörden teilten ihr mit, dass erst einmal zu prüfen wäre, ob sie in ihr Heimatland zurückkommen dürfe und dort überhaupt hinpasst. Fünf Wochen war sie dann in einem Aufnahmelager der DDR.

Im Malchetal wurden nun keine Missionarinnen mehr ausgebildet. Schwester Christa war die letzte, die die Malche zu DDR-Zeiten verlassen konnte. Heute verbringt sie dort ihren Lebensabend und resümiert, dass sie immer erfüllt davon war, dass ihr Glaube ein guter sei. Deshalb wollte sie davon immer etwas weitergeben.

Ein Beitrag von Anne Schmidt

weitere Themen der Sendung

Quelle: rbb
rbb

Mit dem Zelt auf dem Dach in die Ferne gereist - Urlaub im Trabi

Es muss ja nicht immer das große Zelt oder der riesige Caravan sein. In DDR-Zeiten tourten die ostdeutschen Campingfreunde mit Minivarianten in die Ferne, so weit es möglich war. Mit einem speziellen Auto-Dachzelt oder einem Mini-Wohnmobil machten sie es sich gemütlich.

Quelle: rbb
rbb

Vergessen und verstaubt nach einer langen Reise - Der Schmetterlingskoffer

Er kehrte 1939 ohne seinen Besitzer nach Berlin zurück. Im Koffer befanden sich Insektensammlungen, vor allem Schmetterlinge von einer 5jährigen Forschungsreise. Im Jahr 2006 wurde der Sammlungskoffer im Naturkundemuseum wiederentdeckt. Dafür hat sich der Schauspieler Hanns Zischler interessiert und ein Buch über die Geschichte des Koffers und seines Besitzers geschrieben. Seit dem vergangenen Jahr wird auch der Inhalt, nach beinahe 70 Jahren, wissenschaftlich ausgewertet.