Ramona Kramer-Lehmann, Foto: rbb/Kramer-Lehmann
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"Ich habe nicht 30 Jahre gekämpft, um jetzt aufzugeben!" - Das Besatzungskind Ramona

Als Besatzungskind muss Ramona Kramer-Lehmann ohne ihren Vater aufwachsen. Doch als sie ihn endlich findet, will sie seinen Namen auch auf ihrer Geburtsurkunde sehen. Eigentlich kein Problem, wäre da nicht ein kleiner Paragraph im BGB, an dem sie zu scheitern droht.

Ramona Kramer-Lehmann (geboren 1956) war nicht immer eine so willensstarke Frau. In unserer März-Sendung haben wir sie als verletzliches Besatzungskind kennen gelernt, das keine einfache Kindheit in Berlin hatte. Ihr Vater war ein amerikanischer GI aus Puerto Rico, der in Deutschland stationiert war. Er brach Ramonas Mama damals das Herz. Sie will nicht über ihn sprechen und lässt am 8. Juni 1956 im Rathaus Schöneberg „Vater unbekannt“ in die Geburtsurkunde ihrer vier Tage alten Tochter Ramona eintragen. Erst nach dem Tod der Mutter beginnt Ramona, ihren Vater zu suchen.

"Es ist wie stehen auf einem Bein, wenn man nur den einen Elternteil kennt."

Um ein ganzer Mensch zu werden, will sie ihren Vater finden, um jeden Preis. 30 lange Jahre dauert ihre unglaubliche Odyssee zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Als sie ihn endlich findet, ist er am Leben und nicht nur er will sie kennenlernen, sondern auch ihre neun Geschwister. 

2015 fliegt Ramona Kramer-Lehmann das erste Mal zu ihrer Familie nach Puerto Rico. Direkt im Anschluss erklärt ihr Vater vor der deuteschen Botschaft, dass Ramona seine Tochter ist. Mit der Vaterschaftsanerkennung will Ramona nun auch in Deutschland ihre Geburtsurkunde ändern lassen, doch ohne die Zustimmung der Mutter ist dies nicht möglich. War es bisher nicht möglich!

Ramona gibt nicht auf. Kurz nach unserem ersten Beitrag im März dieses Jahres erwirkt sie ein richtungsweisendes Urteil des Kammergericht Berlin, das die bisherige Rechtsprechung auf den Kopf stellt.

Ein Beitrag von Anna Korehnke.

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