Mazda-Adli
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- Leben mit der Ungewissheit

Viele Menschen freuen sich über die Lockerungen nach dem Shutdown und sind froh, wieder ins Café gehen und sich mit Freunden treffen zu können. Anderen aber gehen diese Lockerungen zu schnell und machen Angst. Gerade Menschen mit Vorerkrankungen sind verunsichert.

„Der Weg aus den Beschränkungen raus ist komplizierter als der Weg in die Beschränkungen rein“, sagt Mazda Adli. Er ist Stressforscher und Psychiater an der Flieder-Klinik in Berlin. Jeder Mensch müsse jetzt sein eigenes Tempo finden, das dem eigenen Sicherheitsgefühl entsprechen muss. Der Psychologe hält es für ganz normal, dass manche Menschen etwas mehr Zeit brauchen und vorsichtiger sind. Wer sich nicht wohl fühle beim Besuch im Café oder weiterhin den Kontakt zu anderen Menschen vermeiden möchte, sollte die Zeit gerne nehmen und weiterhin vorsichtig sein. Wer aber unter seinen Ängsten leider oder seine Ängste gar nicht loswerde, sollte sich mit anderen Menschen austauschen, die gelassener mit der derzeitigen Situation umgehen können. Mazda Adli rät zu einem Perspektivwechsel, denn es kann sehr hilfreich sein, wenn man sieht, wenn sich Freunde, Kolleginnen und Kollegen in dieser Zeit etwas gelassener verhalten.

Arndt Breitfeld im Gespräch mit Mazda Adli

weitere Themen der Sendung

Schausteller
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Kein Rummel mit Corona

Vieles ist schon wieder möglich, worauf wir in den letzten Wochen verzichten mussten. Volksfeste und Jahrmärkte mit vielen Menschen sind aber immer noch verboten – aus gutem Grunde. Für die Schausteller in Berlin und Brandenburg, deren Karussells in den Lagerhallen einstauben, sind die geltenden Regeln allerdings existenzbedrohend.

Flindt-Distelkamp
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Angst vor dem Kirchgang

Seit einigen Wochen haben die Kirchen wieder geöffnet. Zunächst durften bis zu 50 Gläubige die Gotteshäuser besuchen, jetzt schon wieder bis zu 200, und ab Mitte Juni fällt die Teilnehmer-Begrenzung ganz weg. Die Kirche ist offensichtlich wieder auf dem Weg zurück in die Normalität. Aber viele ältere und kranke Menschen trauen sich aus Angst vor dem Virus nicht in die Kirche, obwohl ihnen der Gottesdienst sehr fehlt.

Gemeingut-in-BuergerInnenhand
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Zukunft der Krankenhäuser

Die Anerkennung und Wertschätzung für Menschen in sogenannten „systemrelevanten Berufen“ ist in der Corona-Zeit gestiegen. Doch nach dem Klatschen auf den Balkonen müssen nun auch die Löhne für die harte Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger steigen. Die schlechten Arbeitsbedingungen hängen unmittelbar mit dem Sparzwang und dem Privatisierungsdruck im Gesundheitswesen zusammen. Was folgt daraus nach der Krise?

Nadja-Michael
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Eine Stimme gegen den Mainstream

Bis mindestens Ende Juli werden weiterhin keine Konzerte und Theatervorstellungen stattfinden. Die Opernsängerin Nadja Michael hält die Einschränkungen für übertrieben. Verständlich, schließlich ist sie eine der Leidtragenden: keine Auftritte, kein Einkommen und die Ungewissheit, wann sie jemals wieder vor großem Publikum stehen wird.  

Giulia-Silberberger
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Kritik ohne Verschwörung

Nach wie vor halten die meisten Menschen in Deutschland die Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona für sinnvoll und unterstützen sie. Einige haben Bedenken oder finden die Maßnahmen übertrieben. Und dann gibt es noch diejenigen, die ganz andere Erklärungsmuster zur Corona-Pandemie haben, bis hin zu kruden Verschwörungstheorien.