Gemeingut-in-BuergerInnenhand
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- Zukunft der Krankenhäuser

Die Anerkennung und Wertschätzung für Menschen in sogenannten „systemrelevanten Berufen“ ist in der Corona-Zeit gestiegen. Doch nach dem Klatschen auf den Balkonen müssen nun auch die Löhne für die harte Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger steigen. Die schlechten Arbeitsbedingungen hängen unmittelbar mit dem Sparzwang und dem Privatisierungsdruck im Gesundheitswesen zusammen. Was folgt daraus nach der Krise?

Eine Bertelsmann-Studie empfiehlt, bundesweit fast 60 Prozent der Krankenhäuser zu schließen. In Berlin und Brandenburg droht der Abbau von Abteilungen oder ganzen Krankenhäusern, auch durch Personalmangel. Die Initiative, „Gemeingut in BürgerInnenhand“ (Gib), macht mobil gegen die drohenden Krankenhausschließungen.

„Die Corona-Pandemie hat uns allen vor Augen geführt, dass regionale Krankenhausversorgung und ausreichend Betten bundesweit notwendig sind, um Menschenleben zu retten. Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Krankenhäuser“, sagt Laura Valentukeviciute von GiB. „Die privaten Krankenhäuser können sich die Rosinen rauspicken und die lukrativen Fälle behandeln, während die kommunalen Krankenhäuser die Grundversorgung bereitstellen müssen.“

Heute muss auch ein landeseigener Betrieb wie Vivantes profitabel sein. Die Einsparungen gehen auch hier oft weit über die Schmerzgrenze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinaus. Anfang des Jahres kündigten 38 Vivantes-Ärzte und -Pflegekräfte im Berliner Auguste-Viktoria-Klinikum gekündigt. Aus Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen wechselten sie geschlossen ins St. Joseph Krankenhaus nach Tempelhof.

Beitrag von Maico Riegelmann

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