Der rbb stiftet den Berlinale Dokumentarfilmpreis
Der rbb stiftet den Berlinale Dokumentarfilmpreis | Bild: rbb/Gundula Krause

- Berlinale 2023: Berlinale Dokumentarfilmpreis – gestiftet vom rbb

Seit langem engagieren sich die Internationalen Filmfestspiele Berlin für die Vielfalt der dokumentarischen Formen. Eine spezielle Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm wurde 2017 ins Leben gerufen. Der Berlinale Dokumentarfilmpreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro dotiert, das vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) gestiftet wird.

Martina Zöllner, Kultur- und Filmchefin des rbb: "In Zeiten von Krisen und Krieg wird die Bedeutung des Dokumentarfilms noch einmal besonders deutlich: die genau recherchierte, filmische Auseinandersetzung mit komplexen Ereignissen und gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen auf der ganzen Welt. Das Genre erzählt wahre Geschichten, ordnet ein, schafft unterschiedliche Perspektiven und verbindet. Wir erkennen diesen Wert hoch an und freuen uns, den Dokumentarfilm auch 2023 als Preisstifter zu fördern."

Insgesamt sind 20 aktuelle Dokumentarbeiträge aus den Sektionen Wettbewerb, Berlinale Special Gala, Berlinale Special, Encounters, Panorama, Forum, Generation und Perspektive Deutsches Kino für den Berlinale Dokumentarfilmpreis nominiert. Das Preisgeld teilen sich Regisseur:in und Produzent:in des Preisträgerfilms. Die Auszeichnung wird im Rahmen der offiziellen Preisverleihung im Berlinale Palast am 25. Februar verliehen.

Eine dreiköpfige Jury entscheidet über die Preisvergabe:

Emilie Bujès (Frankreich / Schweiz)

Seit 2017 ist Emilie Bujès künstlerische Leiterin des Festivals Visions du Réel in Nyon. Darüber hinaus war sie unter anderem als Programmberaterin bei der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes, als stellvertretende künstlerische Direktorin beim Festival International du Film de La Roche-sur-Yon sowie als Kommissionsmitglied beim Centre national des arts plastiques (CNAP) in Paris tätig. Sie lehrte an den Hochschulen HEAD in Genf und der HKB in Bern, war Kuratorin am Centre d'Art Contemporain Genève und wirkte unter anderem an der Programmgestaltung für das Zentrum für Zeitgenössische Kunst Vilnius und die Transmediale mit und war Mitherausgeberin des Buchs "Encircling the Image of Trauma". 2014 erhielt sie den Swiss Art Award für Kunst- und Architekturvermittlung.

Diana Bustamante (Kolumbien)

Als Produzentin, Regisseurin und Programmerin trägt Diana Bustamante seit Jahren wesentlich dazu bei, das kolumbianische Kino international als feste Größe zu etablieren. Bereits zweimal waren ihre Produktionen im Forum der Berlinale vertreten: 2010 Crab Trap von Oscar Ruíz Navia, der mit dem FIPRECSI-Preis ausgezeichnet wurde, sowie 2015 Jorge Foreros Violencia. Zu ihren weiteren Filmen als Produzentin gehören César Augusto Acevedos Land and Shade (2015), Refugiado (2014) von Diego Lerman und Julio Hernádez‘ Buy Me a Gun (2018), die in Cannes Premiere feierten. Dort wurde auch 2021 der von ihr mitproduzierte Memoria von Apichatpong Weerasethakul mit dem Jury-Preis ausgezeichnet. Von 2014 bis 2018 war Bustamante Künstlerische Leiterin des Cartagena International Film Festivals.

Mark Cousins (Schottland / Nordirland)

Die Themen des Filmemachers und Schriftstellers Mark Cousins sind das Sehen, das Kino, Kindheit, Politik und Städte. Sein erster Dokumentarspielfilm The First Movie (2009) wurde mit dem Prix Italia ausgezeichnet. Auf der Berlinale 2009 erhielt er den Manfred-Salzgeber-Preis. Sein 930-minütiges Werk The Story of Film: An Odyssey (2011), das auf seinem gleichnamigen Buch basiert und unter anderem im Berlinale Special lief, wurde mit dem Peabody Award geehrt und beeinflusste die Filmkultur weltweit. Zu seinen weiteren Filmen gehören Atomic (2015), The Eyes of Orson Welles (2017), Women Make Film (2019) und The Story of Looking (2021). Im Jahr 2022 wurden seine Filme My Name is Alfred Hitchcock und The March on Rome in Telluride und Venedig uraufgeführt.

Folgende Filme sind für den Berlinale Dokumentarfilmpreis nominiert:

Wettbewerb

Sur l'Adamant (On the Adamant) von Nicolas Philibert

 

Berlinale Special Gala

Kiss the Future von Nenad Cicin-Sain

Superpower von Sean Penn, Aaron Kaufman

 

Berlinale Special

Love to Love You, Donna Summer von Roger Ross Williams, Brooklyn Sudano

 

Encounters

El eco (Das Echo) von Tatiana Huezo

Le mura di Bergamo (The Walls of Bergamo) von Stefano Savona

Orlando, ma biographie politique (Orlando, My Political Biography) von Paul B. Preciado

Shidniy front (Eastern Front) von Vitaly Mansky, Yevhen Titarenko

 

Panorama

Au cimetière de la pellicule (The Cemetery of Cinema) von Thierno Souleymane Diallo

Stams von Bernhard Braunstein

Under the Sky of Damascus von Heba Khaled, Talal Derki, Ali Wajeeh

 

Forum

Anqa von Helin Çelik

Gehen und Bleiben (Leaving and Staying) von Volker Koepp

Jaii keh khoda nist (Where God Is Not) von Mehran Tamadon

El juicio (The Trial) von Ulises de la Orden

Notre corps (Our Body) von Claire Simon

 

Generation

Hummingbirds von Silvia Del Carmen Castaños, Estefanía "Beba" Contreras

My ne zgasnemo (We Will Not Fade Away) von Alisa Kovalenko

 

Perspektive Deutsches Kino

Sieben Winter in Teheran
(Seven Winters in Tehran) von Steffi Niederzoll

Vergiss Meyn Nicht (Lonely Oaks) von Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl, Jens Mühlhoff

Kontakte

Pressekontakt:

Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)
Presse und Information
Alke Lorenzen / Nicola zu Stolberg / Ulrike Herr
Telefon: (030) 97 99 3 - 12 108
alke.lorenzen@rbb-online.de

Publikumskontakt:

Service-Redaktion des rbb
Telefon (030 oder 0331) 97 99 3 - 21 71
service-redaktion@rbb-online.de