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- Langzeitbeobachtung der Charité

In einer Langzeitbeobachtung über acht Jahre hinweg untersuchte die Charité die Wirkung von Homöopathie bei 3.709 Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen wie allergischer Rhinitis (Heuschnupfen), Kopfschmerzen, atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und wiederkehrenden Infektionen bei Kindern. 103 allgemeinärztliche Praxen in Deutschland und der Schweiz nahmen an dieser Untersuchung teil, einer sogenannten multizentrischen prospektiven Kohorten-Studie.

Nach acht Jahren hatten drei von zehn erwachsenen Patienten die Behandlung aufgrund nachhaltiger Besserung abgeschlossen, bei Kindern war diese Erfolgsrate doppelt so hoch. 46 Prozent der Erwachsenen und 48 Prozent der Kinder berichteten, dass sich die Symptome um mehr als die Hälfte gebessert hätten.
 
Ob diese Erfolge ausschließlich auf die Homöopathie zurückzuführen sind, kann nicht belegt werden. Etwa die Hälfte sämtlicher Patienten gab an, dass sie außer der Homöopathie auch andere Therapien wie Schröpfen, Osteopathie oder Heilpratikerbesuche genutzt hatten, vor allem diejenigen, bei denen die Homöopathie keine Besserung gebracht hatte.
 
38 Prozent der Erwachsenen und 42 Prozent der Kinder sagten, sie seien sehr zufrieden mit der homöopathischen Behandlung, 13 Prozent der Erwachsenen und 10 Prozent der Kinder waren wenig zufrieden. Die überwiegende Zahl der teilnehmenden Patienten gaben an, dass sie Homöopathie erneut nutzen würden und diese Methode auch ihren Freunden empfehlen würden.
 
26 Prozent der Teilnehmer hatten die homöopathische Behandlung beendet, weil sie ihnen nicht helfen konnte.
 
Originaltitel der Studie: How healthy are chronically ill patients after eight years of homeopathic treatment? Veröffentlicht in BMC Public Health, 2008.