Schäfermeister Wilfried Vogel; Quelle: schneider-kommuniziert
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Schäfermeister Wilfried Vogel | Bild: schneider-kommuniziert

Wilfried Vogel - "Nur die Reduzierung des Wolfes kann uns weiterhelfen"

Hunde, Esel und sogar Lamas. Wilfried Vogel, Schäfer im Landkreis Märkisch-Oderland, hat schon viel ausprobiert, um Wölfe von seinen Herden fernzuhalten. Nun fordert er bei "Wir müssen reden!" mehr Unterstützung von Seiten der Politik.

"Ich bin Schäfermeister Wilfried Vogel. Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr bei den Schafen und die letzten 15 Jahre sind zum Albtraum geworden. Denn seit 15 Jahren oder mehr haben wir hier Wölfe. Die haben sich in der Zeit nicht verdoppelt, sondern verdreifacht oder verfünffacht. Und damit können wir in der Landwirtschaft einfach nicht mehr leben. Die Leute in der Stadt können sich nicht vorstellen was für Probleme der Schäfer dadurch hat."

Jeden Morgen um sieben Uhr geht es los. Und das seit über fünf Jahrzehnten. Seit er 15 Jahre alt ist arbeitet Wilfried Vogel aus Lindendorf im Landkreis Märkisch-Oderland als Schäfer. Es ist ein Familienbetrieb, den sie nach der Wende 1990 aufgebaut haben. Früher hat auch seine Frau mitgeholfen, doch die ist nun krank und so kümmert sich Vogel nicht nur um seine Schafe, sondern auch um sie.

Der Wolf als Albtraum

Eigentlich könnte Vogel schon in Rente gehen, doch er hängt zu sehr an seiner Arbeit und außerdem ist sowieso alles anders seit die Wölfe zurückgekehrt sind. "Die letzten 15 Jahre sind zum Albtraum geworden", sagt Vogel, den in dem 800 Seelen-Dorf alle kennen.

Dabei pflegen seine Schafe das Naturschutzgebiet in der Region. Dafür bekommt Vogel sogar Geld von der Europäischen Union aus Brüssel. Drei Herden, insgesamt 850 Mutterschafe und 400 Lämmer hat Wilfried Vogel. Eine der Herden grast direkt an der Oder. Sie sorgen dafür, dass Bäume und Sträucher nicht wuchern.

Höhere Zäune und Netze unter Strom

Damit das so bleibt, musste Vogel den Schutz seiner Herde verstärken. "Wir haben alles probiert", sagt er. "Esel und sogar Lamas." Herdenschutzhunde lehnt Vogel ab. Er fürchtet die Hunde könnten ahnungslose Wanderer angreifen, die unbeabsichtigt seine Koppel betreten. Die gespannten Netze, die ihm nachts als Zäune dienen waren vor vier Jahren noch 90 Zentimeter hoch - mittlerweile hat er sie auf 1,05 Meter erhöht.

Mit Batterien werden die Netze unter Strom gesetzt. Das hindert die Schafe am Ausbrechen, und die Wölfe am Einbrechen. Jeden Morgen baut Vogel seine Netze ab und zieht mit seiner Herde auf eine neue Fläche.

"Wir können so in der Landwirtschaft nicht mehr leben", meint Wilfried Vogel und hofft, dass die Politik endlich einsieht, dass nur eine Reduzierung des Wolfes den Schäfern weiterhelfen kann.