Wölfin (Quelle: Colourbox)
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Besenderung von Wölfen und Rothirschen - Räuber und Beute

Forscher untersuchen an der Grenze von Sachsen-Anhalt zu Brandenburg, wie sich das Jagdverhalten von Wölfen auf Rotwild auswirkt.  

Für das Projekt "Räuber und Beute" in der Glücksburger Heide bei Jessen östlich von Wittenberg wurden 15 Rothirsche und das erste Wolfsweibchen mit Sendern bestückt, wie Wildbiologe Frank-Uwe Michler am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zehn Hirsche und ein Wolf sollen noch "besendert" werden. In dem Gebiet lebe ein Rudel mit neun Jungwölfen und viel Rotwild sowie Wildschweine und Rehe. Die Technik zeichne Bewegungen exakt auf, wenn sich Wolf und die mögliche Beute mit Sender auf 150 Meter annäherten.  

Kahlwild,weiblicher Hirsch (Quelle: Colourbox)

Kommunikation zwischen Wolf und Rotwild per Sender

"In Deutschland fehlen wissenschaftliche Daten über das Raumverhalten von Beutetieren und Raubtieren", erläuterte Michler, der an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde tätig ist. "Insgesamt wird untersucht, wie Heideflächen auch auf ehemaligen
Truppenübungsplätzen - wo sich Wölfe gern ansiedeln - von Wald freigehalten werden können." Dafür sei Rotwild sehr wichtig.

Das zwei Jahre alte Wolfsweibchen hat ein Halsband mit GPS-, Aktivitäts- und Kontakt-sensoren, die mit Sendern des Rotwildes kommunizieren. "So können wir sehen, ob das Wild panisch reagiert oder stehen bleibt, wenn Wölfe in der Nähe sind." Die Glücksburger Heide hat seit 2015 ein Wolfsrudel. Angriffe auf Nutztiere seien nicht bekannt, meint der Wildbiologe. Etwa zwei Jahre hielten die Batterien der Sender, dann könne man die Halsbänder abfallen lassen.

Wolfsrudel (Quelle: Colourbox)

Anzahl der Wolfsrudel in Deutschland steigt

Wölfe werden in der EU streng geschützt. Aus Polen kommend haben die Tiere den Osten Deutschlands und Niedersachsen besiedelt. Die Zahl der Rudel stieg von 31 im Jahr 2015 auf knapp 50 im Jahr 2016. Rudel können bis zu zehn und mehr Wölfe haben, da Jungtiere meist zwei Jahre bei den Eltern bleiben.

Quelle: dpa