Gebäude aus Holz; Bild: rbb/Tamy Alena Daum
rbb/Tamy Alena Daum
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TALKING SCIENCE vor Ort an der Technischen Universität Berlin - Auf Sand gebaut

Beim Gedanken an die sandigen Böden in Berlin und Brandenburg mag man es kaum glauben: Der Sand wird knapp. Vor allem für Beton wird der wertvolle Rohstoff gebraucht.  Sven Oswald spricht mit Prof. Eike Roswag-Klinge von der Technischen Universität Berlin über die Alternativen zum Bauen mit Sand.   

Tagebau: Bild: rbb

Sandraub als weltweites Problem

Weil Städte überall auf der Welt einen Bauboom erleben, verbrauchen Baufirmen jedes Jahr Milliarden Tonnen Sand. Für Beton kommt aber nicht jeder Sand in Frage. Nur Fluss- und Meeressand ist geeignet. Wüstensand zum Beispiel ist zu rund geschliffen, seine Körner bieten keinen Halt. In vielen Küstengebieten - zum Beispiel in Marokko und Indien - ist der illegale Handel mit Sand zum Geschäft geworden. 

Aber auch in unserer Region wird der Sand knapp. Zu den größten Lagerstätten in Brandenburg zählt Mühlberg an der Elbe. Jedes Jahr werden hier rund sechs Millionen Tonnen Sand gefördert. Irgendwann sind die natürlichen Vorkommen aufgebraucht. 

Beton in der Stadt; Bild: rbb

Beton verschlechtert das Stadtklima

Dabei sind Betongebäude und versiegelte Flächen in einer Stadt echte Hitze-Inseln. An heißen Tagen kann der Temperaturunterschied zwischen dicht bebauten Stadtteilen und begrünten Flächen in Berlin bis zu acht Grad Celsius betragen. 

Professor Eike Roswag-Klinge

Natürliche Baumaterialien als Alternative

Prof. Eike Roswag-Klinge arbeitet an der Technischen Universität Berlin im Bereich "Klimagerechtes Bauen". Für ihn ist Holz der Baustoff der Stunde. Nicht nur im eigenen Architekturbüro, sondern auch mit Studierenden der Architektur entwirft er moderne Holzbauten. Im Gegensatz zu Betongebäuden sind diese klimaneutral und bieten ein völlig anderes Raumerlebnis.