Wilder Wolf (Quelle: Colourbox/fotoedu)
Bild: Colourbox/fotoedu

Fazit zum Wolfsplenum - Nach dem Plenum ist vor dem Plenum

Die Stimmung auf dem 4. Brandenburger Wolfsplenum war emotional aufgeladen; es gab viele Unmutsbezeugungen über den aktuellen Umgang mit dem Wolf, doch konkrete Ergebnisse blieben aus. Beitrag von Annika Klügel

"Ein richtiges Management muss eine Antwort haben, wo wir hinwollen. Wie stellen wir uns das Leben mit den Wölfen in 10, 20 Jahren vor?", fragte Gregor Beyer vom Forum Natur. Da waren zwei Drittel des Plenums bereits vorüber. Wie einige seiner Vorredner bemängelte Beyer das Fehlen einer langfristigen Zielrichtung des Wolfsmanagements in Brandenburg.

Vorher war viel Zeit vergangen, in der Schäfer, Jäger, Bauern und Naturschützer ihre Befindlichkeiten äußern konnten. Vor allem als es um den Umgang mit auffälligen Wölfen und um die angemessene Unterstützung von Bauern mit Mutterkuhhaltung ging, gab es hitzige Wortmeldungen und Diskussionen.

"Der dornige Weg der Sachlichkeit"

Moderator Professor Heinz Röhle von der TU Dresden musste mehrmals einhaken, um die Teilnehmer auf den "dornigen Weg der Sachlichkeit" zurück zu führen.

Das Ministerium schien mit der Forderung der über 100 Teilnehmer nach einer Debatte auf Augenhöhe vor allem zu Beginn des Plenums überfordert und krempelte kurzerhand die Tagesordnung um. Statt Anträge für Veränderungen des Managementplans zu diskutieren, die keiner der Teilnehmer vorab hatte einsehen können, beschlossen die Organisatoren, die Änderungswünsche allen Plenumsteilnehmern zunächst schriftlich zukommen zu lassen, um sie bei einem nächsten Treffen ausführlicher zu besprechen.

Kritische Fragestellungen wie die Definition "Was ist ein Problemwolf?" sollen in Zukunft erst in kleineren Arbeitsgruppen diskutiert werden und dann im Herbst bei einem neuen Treffen der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Viele Plenumsteilnehmer reagierten enttäuscht auf die Vertagung der Debatte. Ein Schäfer fasste die Stimmung zusammen: "Jetzt bin ich 120 km weit angereist, aber herausgekommen ist für mich gar nichts."

Was genau im neuen Wolfsmanagementplan stehen soll, wird voraussichtlich im Herbst weiter diskutiert.