Besendertes Rotwild im Wald (Quelle: Koehnemann/ Michler Gillich)
Bild: Koehnemann/ Michler Gillich

Sender liefern Informationen über die Lebensweise von Wölfen - Beobachtungen aus der Ferne

Welche Wege legt ein Wildtier zurück? Wo jagt es, wo schläft es? Das lässt sich durch Beobachtungen nur schwer überprüfen. Aufschlussreicher ist die "Besenderung", die in der Tierforschung eine gebräuchliche Methode ist, um Erkenntnisse über die räumliche Ausbreitung und die Lebensweise freilebender Tiere zu gewinnen.  

Mithilfe von GPS-Sendern können Tiere wie Vögel, Bären und Wölfe aufgespürt werden, ohne diese direkt zu stören. Innerhalb einer Pilotstudie des Bundesamts für Naturschutz wurden in den Jahren 2009 bis 2011 sechs Wölfe in der Lausitz (Sachsen) besendert, um erstmals etwas über die Ausbreitungsrichtungen und die Bewegungsmuster von Wölfen in Mitteleuropa zu erfahren. Während fünf von ihnen in der Nähe ihrer Herkunftsgebiete blieben, wanderte Wolf "Alan" mehr als 1550 km bis nach Weißrussland. Dieses Wissen hätte es ohne die Sender vermutlich nicht gegeben.

Lederhalsband mit Sender (Quelle: rbb)

Einzigartige Daten zum Thema Wolf liefert auch das Projekt "Räuber und Beute" der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde. 18 Rotwildtiere und eine Wölfin in der Glücksburger Heide sind dafür mit einem Sender-Halsband ausgestattet worden. Dieses liefert im zwei-Stunden-Takt den Aufenthaltsort des jeweiligen Rotwilds und einmal in der Stunde die Position der Wölfin. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich Wolf und Rotwild gegenseitig beeinflussen. Sprich, wie die Tiere reagieren, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Die Sender registrieren sich dann gegenseitig, sodass sie bei etwa 150 Meter Entfernung zueinander alle fünf Minuten Daten liefern.

Betäubter Wolf mit einem Sender-Halsband (Quelle: Koehnemann/ Michler Gillich

1,5 Kilo trägt das Rotwild permanent um den Hals, die Wölfin "nur" 600 Gramm. Das Halsband der Wölfin wurde zuvor an einem Hund getestet. Sie selbst wurde in einer Lebendfalle gefangen und anschließend betäubt, damit sie nicht in Stress oder Panik verfällt. Das verhältnismäßig hohe Gewicht der Sender hängt mit den Akkus zusammen. Diese müssen nämlich zwei Jahre lang halten. Erst danach fallen die Leder-Halsbänder ab und können am Boden mit Antennen aufgespürt werden. In der Glücksburger Heide ist es aber erst in circa 21 Monaten soweit. Bis dahin liefern die Sender noch weitere Informationen zur Körpertemperatur, der Aktivität und der Position der Tiere.