Leuchttafel im be'kech in Berlin Wedding, Foto: rbb

Angesagt: Berlins erstes "Anti-Café" - "be'kech" in Berlin Wedding

Das ehemalige Casino in der Exerzierstraße in Wedding hat einen neuen Mieter. Das "be'kech" versteht sich als Berlins erstes "Anti-Café". Was das heißt? Man bezahlt nicht für das Essen oder die Getränke, sondern nur für die Zeit, die man hier verbringt. Wir haben uns das Konzept angeschaut.

Das Prinzip des Bezahlens funktioniert so: Beim Betreten wird zunächst die Ankunftzeit notiert. 5 Cent kostet eine Minute Aufenthalt, wer eine Stunde bleibt, zahlt also 3,00 Euro. Der maximale Tagessatz beträgt 15,00 Euro.

Getränke wie Kaffee, Tee und Softdrinks sind dafür inklusive, genau wie Frühstücksbuffet, vegetarische Mahlzeiten mittags und abends - und freies WLAN.

Eine Speisekarte gibt es allerdings nicht. Die Betreiber sehen ihre Location als "Anticafé", eine Kombination aus Café und Co-Working-Space, bei dem der Fokus auf Arbeit liegt. Man verfolgt also weniger das Konzept eines Restaurants, in das Gäste zum Essen kommen und danach wieder gehen.

Die Idee zu dem Zeitcafé haben die beiden Gründerinnen sich im Ausland abgeguckt. Ihre Geburtsstädte Berlin und Marrakesh standen Paten für den Namen. Das Konzept rechnet sich, weil sie alles selbst machen. Zum Mittag gab es bei unserem Besuch traditionell marokkanisches Essen mit Zutaten aus der Gegend. Also exotisch und regional - be'kech eben.

Ein Stockwerk tiefer kann man sich zu Teammeetings treffen, ungestört Skype-Konferenzen halten oder sich in eine orientalische Kuschelecke zurückziehen. Jeden Donnerstagabend finden hier Wohnzimmer-Konzerte und Lesungen statt. Eine Mischung aus heimischer Gemütlichkeit und Arbeitsatmosphäre, die bei den Gästen gut ankommt.

Auch der Weddinger Kiez rundherum ist multikulturell. Zwar zieht die Nebenstraße mit ihren Kneipen und Spätis nicht gerade Laufkundschaft an, aber die Besucher im be'kech kommen inzwischen fast aus ganz Berlin.

Beitrag von Frank Schlegel