Hammersache - Bilderrahmen selber bauen

In der neuen Folge der zibb-Heimwerkerserie mit Deutschlands bester Heimwerkerin geht es darum, wie man Bilderrahmen selbst baut. Die kann man zwar auch kaufen, aber selbst gemacht sind sie einfach individueller und auch günstiger. Nadine Ilgner zeigt uns Schritt für Schritt wies geht.

Wer kennt das nicht? Der Sommer geht zu Ende und man hat  einige besonders schöne Urlaubserinnerungen, Bilder, Fotos oder Postkarten, die man  einmal so richtig schön in Szene setzen möchte, damit das Sommerfeeling noch lange anhält.
Unsere zibb Heimwerkerin Nadine Ilgner hat da eine Lösung: Sie zeigt, wie man Bilderrahmen für alle Gelegenheiten selber baut. Der Vorteil an selbstgebauten Bilderrahmen: alle gewünschten Größen und Farben sind möglich, passend zu den Motiven.

Material und Werkzeug
Für die Bilderrahmen benötigt man: Eine Oberfräse und eine Säge, einen Excenterschleifer, Holzlatten, Tacker, Malerband, Holzleim, Holzschutz,  Lineal, Glas und Glasschneider, Nägel und Aufhängungen.

Holz
Bilderrahmen kann man aus allem möglichen Holz bauen, man kann geschliffenes Holz kaufen, das ist ein bißchen teurer oder man nimmt ungeschliffenes, z.B.  Dachlatten. Die muss man noch einmal grob schleifen. Dazu verwendet Nadine Schleifpapier mit 80er Körnung.

Falz fräsen
Im Rahmen sollen nachher eine Glasscheibe, ein Bild, Paßpartout und Pappe Halt finden. Dazu benötigen die Rahmenleisten eine ausreichend tiefe  Falz. Diese Falz stellt Nadine mit einer  Oberfräse und einem Nutfräser her.  Die Leiste schön gleichmäßig am Fräskopf vorbeiziehen, wichtig: niemals absetzen dabei. Die ganze Stärke der Falz bekommt man nicht in einem Fräsgang hin, das würde splittern, deshalb braucht man mehrere und arbeitet  sich von einer kleineren Falz zu einer stärkeren vor. Außerdem kann man mit der Fräse auf der äußeren Seite  auch noch ein schönes Profil in die Leiste fräsen. Dazu nimmt man   Profilfräsköpfe. Und wer  keine Oberfräse hat:  Rahmenleisten kann man sich schon fertig als Meterware kaufen.

Gehrung sägen

Jetzt müssen die Leisten zusammen montiert werden, damit es schön bündige Ecke gibt, schneidet man sie auf Gehrung. Gehrungsschnitt bedeutet ein Schnitt im 45 Grad Winkel. Hier kommt es auf Genauigkeit an. Der Gehrungsschnitt ist wohl das Schwierigste am Bilderrahmenbauen.  Die beiden gegenüberliegenden Leisten müssen exakt gleich lang sein und damit das ganz einfach klappt, hat Nadine  einen Trick. Sie klebt die Leisten mit Malerband zusammen. Das stramm geklebte Malerband verhindert ein Verrutschen beim Sägen. Die Leisten bleiben so in ihrer Position. Mit diesem Trick und  einer Tischkreissäge erhält sie exakt gleiche Leisten. Und wer keine Tischkreissäge hat: mit einer Schneidelade bekommt man auch einen Gehrungsschnitt hin, immer schön vorsichtig sägen und jedes Holzstück einzeln. Hier funktioniert der Klebetrick nicht, es würde verrutschen.

Rahmen verleimen
Die Leisten werden in den Ecken  mit Holzleim verbunden. Dazu nimmt Nadine einen Holzleim, der schon eine hohe Anfangshaftung hat. Die feste Verzahnung der Holzfasern funktioniert aber nur optimal, wenn die Leimstelle bei der Trocknung zusammengepresst wird.  Dazu kann man einen Rahmenspanner  benutzen. Und wer keinen Rahmenspanner hat: der nimmt einfach Malerband. Das Malerband schön straff  auf der Vorder- und Rückseite des Rahmens über die Ecken ziehen.  So verstärkt, muss der Kleber 24 Stunden trocknen. Der Rahmen würde zwar jetzt schon so halten, aber die Stabilität wird erhöht, indem die Ecken zusätzlich mit Tackernadeln  dreimal verstärkt werden.  Ein Feinschliff mit 220er Schleifpapier sorgt für eine optisch hochwertige und glatte Oberfläche.  

Holzschutz

Bevor Nadine den Rahmen mit natürlichem Holzschutz behandelt, befreit sie ihn vom Schleifstaub. Nadine hat sich entschieden den Rahmen zu ölen, dafür verwendet sie Leinölfirnis, den färbt sie sich  ein mit Pigmenten. Es gibt extra Pigmente für Holzöl und damit kann man sich die Farbe komplett selbst zurechtmischen. Und das Öl trägt sie mit einem Lappen auf, das geht am besten. Das Gute an dieser Behandlung ist, dass man die Holzmaserung noch schön sieht. Holzöl dringt tief ins Holz ein und sorgt für einen matten Glanz. Und: Holz muss man immer von beiden Seiten behandeln, sonst verzieht es sich. Deshalb bekommt die Rückseite auch einen Ölanstrich.

Glas zuschneiden

Der getrocknete fertige Holzrahmen benötigt jetzt noch ein passendes Glas. Nadine nimmt Normalglas mit einer Stärke von zwei Millimetern. Glasschneiden ist einfacher als man denkt. Wichtig ist, dass man die Schnittfläche schön mit Öl benetzt, dann geht das leichter, das bricht dann viel besser. Man benutzt einen Glasschneider, der hat vorn ein kleines Rädchen, mit dem ritzt man in einer gleichmäßigen Bewegung das Glas ein. Wichtig dabei: Nicht absetzen. Und dann klopft man ganz vorsichtig von unten entlang der Schnittkante. Damit das Glas dann an dieser  Sollbruchstelle gerade bricht.

Blüten bügeln
Und was kommt hinter das Glas? Wie wäre es mal mit getrockneten bunten Blüten. Nadine nimmt Hortensien, „expressgepresst“.  Damit sie sich  langwieriges pressen spart, bügelt sie sie einfach zwischen zwei Löschpapierblätter. Das erhält auch die Farben besser. Mit Kleber fügt sie  sie wieder zu einem Ganzen zusammen.

Rahmen zusammensetzen
Dann wird der Rahmen zusammengesetzt: zuerst der Rahmen, dann das Glas, das Bild oder Ähnliches sowie eine stabile Pappe als letztes. Verschlossen wird der Rahmen mit kleinen Nägeln, in die Mitte kommt noch eine Aufhängung, fertig ist der Rahmen.

Aufwand und Kosten
Für den Bilderrahmen hat Nadine  ohne Trocknungszeiten eine Stunde gebraucht. Er hat inklusive Glas  9 Euro gekostet und bekommt als Schwierigkeitsgrad 4 von 5 Hämmern. Weil man sehr exakt arbeiten muss.


Beitrag von Susanne Stein