Hammersache - So baut man eine Feuerstelle

Eine eigene Feuerstelle im Garten oder Hof ist bestens geeignet, um gemütlich die längerund schöner werdenden Abende zu genießen und vielleicht auch das ein oder andere am Feuer zu garen. zibb-Heimwerkerin Nadine Ilgner zeigt uns, wie wir die Feuerstelle fachgerecht und sicher anlegen.

Kaum zu glauben: Unsere Frau fürs Grobe ist im wahren Leben Anwältin. Ihr Spezialgebiet ist allerdings Baurecht – Handwerker, Architekten und Bauingenieure sind also ihr tägliches Klientel. Und denen knöpft Nadine Ilgner regelmäßig ihre besten Tipps und Tricks ab. In ihrem Haus in Potsdam-Babelsberg hat sie alles selbst renoviert. Kein Wunder also, dass sie sich bei einem bundesweiten Heimwerker-Wettbewerb problemlos gegen all ihre Konkurrentinnen durchsetzen konnte. Die Aufgaben: Streichen, Wandfliesen ankleben, Bodenbelag verlegen – und das alles unter Zeitdruck.

In der vierten Folge „Hammersache“ baut Nadine Ilgner eine Feuerstelle aus Stein für einen Garten. Sie soll 85cm breit im Innendurchmesser und 40 cm hoch sein. Auf einem Werkstoffhof besorgt Nadine 50 kg Kies und 100 kg Sand für das Fundament. Für die Bodenplatte wählt sie ca. 100 Betonsteine. Und für  die Außenmauern genauso viel Natursteine.

Für das Fundament steckt sich Nadine mit vier Eisenstäben ein Viereck von 1 mal 1 Meter ab. Mit Mauerschnur macht sie die quadratische Grundfläche sichtbar. In ihr hebt Nadine eine Grube von 15 cm Tiefe aus. Hierein füllt sie eine Schicht Kies von 5 cm. Der Kies sorgt für Stabilität und lässt das Regenwasser durch. Eine Schicht von ebenfalls 5 cm Sand verdichtet den Kies und verhindert Staunässe. Beide Schichten werden gut verdichtet. Dafür hat Nadine auf zwei Brettern alte Stiefel geschraubt. Damit kann sie kraftvoll stampfen.

Die Bodenplatte entsteht aus Betonsteinen. Die Randsteine der Bodenplatte werden in Zementestrich gesetzt. Zementestrich und loser Sandboden passen gut zueinander. Den Estrich mischt Nadine im Verhältnis von 6 Teilen Estrich und einem Teil  Wasser an.

Die innenliegenden Steine werden ohne Estrich offen verlegt. So kann das Regenwasser problemlos abfließen.

Die Maße des Außenringes werden mit einem Zirkel abgemessen. Den kann man sich leicht herstellen: In der Mitte der Bodenplatte befestigt man ein 2cm breites Stück Knete. In die Knete steckt man einen ca. 10 cm langen Nagel, an dem man eine Schnur befestigt hat. Diese Schnur ist ca. 40 cm lang und am anderen Ende befindet sich ein Stück Kreide. Mit dieser Kreide kann man sicher einen Kreis zeichnen.

Für das Mauern nimmt man Trasszement. Der Vorteil dieses Zement: Er neigt nicht zum Ausblühen von Salzen auf den Naturstein. Er ist aber dreimal so teuer wie Zementestrich.

Nach Anfeuchten der Bodenplatte kann gemauert werden. 5 Lagen Naturstein. Das ist relativ einfach. Man muss nur darauf achten, dass die Steine versetzt angeordnet werden.

Abschließend werden in der unteren Reihe drei Löcher gestoßen. Diese sorgen für Sauerstoffzufuhr wie bei einem Kamin.

Nachdem man die Reste des Trasszements auf den Natursteinen mit Schwamm und Wasser abgewaschen hat, muss die Feuerstelle 2-3 Tage austrocknen. Dann kann das erste Feuer angezündet werden.

Die Zusammenfassung: Für den Bau der Feuerstelle hat Nadine 4 Stunden gebraucht. Ausgegeben hat sie 108 Euro. Den Schwierigkeitsgrad bewertet sie mit 3 von 5.

Und zwei Tage später kann angegrillt werden.

Beitrag von Andrea Brandt