Hammersache - Ein Floß bauen

Ferienspaß für die ganze Familie gesucht? Bauen sie doch zusammen ein Floß. Das ist ein Riesenspaß und gar nicht so schwer, wie man sich das vorstellt. In der "Hammersache" zeigt unsere zibb Heimwerkerin Nadine Ilgner, wie das geht.

Material und Geräte

4 Fässer, Rauspundbretter, Bauholz, eine Säge, Gurt und Lötkolben, Winkel, Schrauben und einen Akkuschrauber.

Schwimmkörper

Für das Floß braucht Nadine  Schwimmkörper mit starkem Auftrieb. Dazu könnte man ganz viele kleine Plastikflaschen verwenden. Vereinfacht gesagt: 1 Liter Volumen verdrängt 1 Liter Wasser und trägt also 1 kg Masse. Der korrekte Auftrieb wird nach dem Archimedischen Prinzip berechnet, bei dem auch noch die Dichte des Schwimmkörpers berücksichtigt wird: „Der statische Auftrieb eines Körpers in einem Medium ist genauso groß wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums.“ Nadine nutzt für ihr Floß vier 220 Liter Fässer aus der Lebensmittel/Restaurantbranche. Diese Fässer kann man neu kaufen, das ist teuer, da kostet so ein Fass über 80,- Euro, im Internet gibt es die gebraucht schon für 10,- Euro.

Der Rahmen und die Unterkonstruktion

Für die Unterkonstruktion und den Rahmen des Floßes verwendet Nadine ganz einfaches Bauholz, das ist die günstigste Variante, das ist sägerau und nicht sonderlich schick aber völlig ausreichend. Der äußere Rahmen bestimmt die Floßgröße. Sie baut das Floß  mit den Maßen 2m x 2,50m. Man benötigt also zwei Bohlen a 2 m und 2 Bohlen a 2,50 m. Hinzu kommen noch zwei Längsbohlen sowie vier kleine Querbohlen, die die Fässer in Position halten. Außerdem noch zwei Querbohlen zur Stabilisierung. Damit sich später keiner an dem rauen Holz verletzt, schleift Nadine alle nach außen zeigenden Flächen der Bohlen. Ein Feinschliff ist hier nicht erforderlich. Sie verwendet grobes Schleifpapier mit einer 80er Körnung. Über die Kanten geht sie mit einer geringeren Geschwindigkeit des Schleifgeräts rüber, damit es nicht splittert.

Dann verschraubt sie  den Rahmen, dazu nutzt sie Holzschrauben, die sind diesmal aus Edelstahl, Edelstahl rostet nicht im Wasser. Edelstahlschrauben sind zwar fast doppelt so teuer, wie verzinkte Schrauben, aber die einzige wassertaugliche Variante. Für Stabilität sorgen Winkel in allen vier Ecken.

Weiter geht´s mit den Schwimmkörpern. Die Fässer werden in den vier Ecken des Rahmens positioniert. Sie müssen auf der Unterseite des Floßes gut fixiert werden. Gegen seitliches Verschieben sichert Nadine sie mit zwei Längs- und vier Querbohlen. Der Durchmesser eines Fasses beträgt 56 Zentimeter. Nadine bringt die Längsbohlen enger an, schon bei 54 Zentimetern. So werden die Fässer später im Wasser nicht nach oben durchrutschen und die Planken hoch drücken.

Damit ist sichergestellt: Es bleibt immer eine Handbreit Platz zwischen Fässern und Planken. Damit die Fässer auch nicht in die andere Richtung rutschen, bekommen sie noch Querhalterungen. Zum Schluss kommen noch in die Mitte zwei Querverstrebungen. Alle Bohlen werden angeschraubt und mit Winkeln stabilisiert.

Das Deck

Jetzt wird das Deck beplankt.  Dafür nimmt Nadine  preiswerten Rauspund. Mit diesen Nut- und Federbrettern  lässt sich ein stabiler Verbund herstellen. Und das Gute ist: man kann sie gleich schon in passender Länge des Floßes kaufen. Zur Verschraubung dieser Bodenbretter nutzt Nadine Teilgewindeschrauben. Die haben oben unterm Schraubenkopf kein Gewinde und deshalb ziehen die Schrauben die Dielen richtig fest an den Untergrund. Die letzte Diele wird bündig angepasst. Dazu am Floß Maßnehmen und zusägen.

Schwimmkörper befestigen

Das Floß einmal umdrehen, so dass der Boden unten liegt und oben der Rahmen für die Fässer. Damit die Tonnen nachher nicht unten rausrutschen können, befestigt Nadine sie mit Gurten. Man könnte fertige Spanngurte nehmen, Nadine nimmt Gurt vom laufenden Meter, das ist preisgünstiger. Am Fass Maßnehmen und zurechtschneiden, jedes Fass bekommt zwei Gurte. Die Schnittränder der Kunststoffgurte dürfen nicht ausfransen. Deshalb werden sie mit einem Feuerzeug verödet. Befestigt werden die Gurte mit Spenglerschrauben, die besitzen eine Dichtscheibe und sorgen so für sicheren Halt. Diese Schraube kann man aber nicht einfach so durch den Gurt schrauben, das würde fitzen, deshalb nimmt man einen Lötkolben und brennt sich mit dem Lötkolben ein Loch in den Gurt. Die Loch-Ränder sind so gleich mitverödet. Jedes Fass wird mit zwei Gurten befestigt. Die Enden werden doppelt umgeschlagen und mit je zwei Schrauben am Floß befestigt.

Jetzt ist das Floß fertig. Zur Fortbewegung nimmt man gekaufte Paddel (oder baut sich selber welche), ein Anker macht die Sache komplett. Nadines Floß sollte nach ihren  Berechnungen etwa 600 Kilogramm Last übers Wasser tragen und hat am Ende tatsächlich sogar 9 Menschen getragen.

Beitrag von Susanne Stein