Hammersache - Selber Fliesen verlegen

Schicke Fliesen für Wand und Boden werten jeden Raum auf. Mit unseren Tipps und Tricks sollte das Fliesenlegen auch Anfängern gelingen. Wir erklären, was beim Kauf zu beachten ist und zeigen, wie man die erste Reihe legt.

Sie wurde zur besten Heimwerkerin Deutschlands gekürt: Nadine Ilgner aus Potsdam. Und bei zibb verrät sie ihre Tricks - in unserer neuen Rubrik "Hammersache". Diesmal: Fliesen verlegen.

Kaum zu glauben: Unsere Frau fürs Grobe ist im wahren Leben Anwältin. Ihr Spezialgebiet ist allerdings Baurecht – Handwerker, Architekten und Bauingenieure sind also ihr tägliches Klientel. Und denen knöpft Nadine Ilgner regelmäßig ihre besten Tipps und Tricks ab. In ihrem Haus in Potsdam-Babelsberg hat sie alles selbst renoviert. Kein Wunder also, dass sie sich bei einem bundesweiten Heimwerker-Wettbewerb problemlos gegen all ihre Konkurrentinnen durchsetzen konnte. Die Aufgaben: Streichen, Wandfliesen ankleben, Bodenbelag verlegen – und das alles unter Zeitdruck.

Keine Angst vor Fliesen

In der zweiten Folge „Hammersache“ zeigt Nadine Ilgner, wie einfach das Verlegen von Fliesen ist. Für Anfänger problemlos machbar: ein Fliesenspiegel für die Küche. Die zibb-Heimwerkerin empfiehlt, zunächst nur kleinere und nicht zu dicke Fliesen zu verlegen. Erst wenn das ein paar Mal gelungen ist, sind auch die modernen großformatigen Varianten drin. Fliesen gibt es in den unterschiedlichsten Materialien. Am gängigsten sind Naturstein- und Keramikfliesen. Keramik ist meist etwas günstiger und erfordert auch keinen Spezialkleber so wie Naturstein. Ob glasiert oder unglasiert, ist vor allem Geschmackssache. Doch Vorsicht: Am unkompliziertesten in der Reinigung sind in der Regel die glasierten Varianten.

Fliesen sicher schneiden

Nadine wählt Mosaikfliesen aus Naturstein und klassische Keramikfliesen. Zuerst geht’s ans Schneiden. Handelsübliche Trockenfliesenschneider haben ihre Tücken. Sie verursachen viel Bruch. Fliesenschneider sind nämlich in Wahrheit Fliesenbrecher. Denn die Fliesen werden zunächst eingeritzt und dann mit Druck auf beiden Seiten an der Sollbruchstelle gebrochen. Und genau hier liegt das Problem. Es ist Glückssache, ob sie nur genau an der Kante brechen oder komplett. Nadines Tipp: kleine Hütchen mit Metallstiften benutzen. Die gibt es zu manchen Universalschneidern als Standard-Zubehör, man kann sie aber auch separat kaufen. Die Sollbruchstelle wird an beiden Seiten auf die Metallstifte gelegt und dann erst die Fliese mit Druck gebrochen. So erhält man – fast immer – eine saubere Bruchkante.

Sauber abkleben

Bevor die zurecht geschnittenen Fliesen an die Wand kommen, muss man diese erstmal grundieren. Für gestrichene Wände eignet sich Haftgrund. Der legt sich auf die Wand und dient als Verbindung zum Kleber. Tiefengrund hingegen würde in die Wand einziehen und sie versiegeln – geeignet für saugende Wände. Der Haftgrund sollte über Nacht trocknen. Wenn es schnell gehen soll, reichen aber auch etwa zwei Stunden Trocknungszeit. Nadine empfiehlt, den gewünschten Wandspiegel sauber abzukleben und das Abklebeband bis zum Aufkleben der Fliesen dran zu lassen. So erhält sie eine gerade Kante, an der sie sich beim Kleben der Fliesen orientieren kann.

Nach dem Trocknen streicht sie den abgeklebten und grundierten Bereich mit Fliesenkleber ein. Dazu nimmt sie eine Zahnkelle. Mit der glatten Seite den Kleber auftragen, mit der gezahnten Seite den Kleber durchkämmen. Erst dann zieht sie das Abklebeband ab und klebt die erste Fliese genau an die entstandene Kante. Tipp: Überstehende Kleberreste sofort abwischen, sind sie erst getrocknet, bekommt man sie nur schwer wieder entfernt. Zuletzt trägt Nadine mit einem Fugenbrett die Fugenmasse auf. Dazu ruhig großzügig arbeiten, denn die überschüssige Masse lässt sich später leicht mit einem Schwammbrett abwaschen.

Fliesen individuell gestalten

Wer mit der Auswahl im Baumarkt noch nicht zufrieden ist oder sowieso ein paar unglasierte Natursteinfliesen übrig hat, für den hat Nadine noch einen Deko-Tipp parat. Sie sucht sich zuerst ein paar Motive (z.B. Ornamente oder Blumenmuster) aus dem Internet aus und druckt sie mit einem Laserdrucker in Farbe und in der Größe der Fliesen aus. Dann pinselt sie Transferkleber aus dem Bastelladen auf die Ausdrucke und die Fliesen. Das Motiv aufkleben und festdrücken. Nach dem Trocknen wird es mit einem Schwamm vorsichtig abgerubbelt. Die entstandenen gemusterten Fliesen eignen sich zum Beispiel als Wandbilder oder Untersetzer.

Beitrag von Christin Knospe

Einkaufsliste:
Haftgrund
Abklebeband
Bodenschutz
Malerquast
Fliesen nach Wahl
Fliesenkleber
Fugenmasse
Fliesenwascheimer
Fliesenkreuze
Zahnkelle
Fugenbrett
Schwammbrett

Bewertung:
Kosten: ca. 125 Euro
Arbeitsaufwand: ca. 3 Stunden + Trocknungszeiten
Schwierigkeitsgrad: 3 von 5