Ein Eimer voller Tapezierkleister mit einem dicken Pinsel auf dem Eimer (Quelle: imago)
imago
Bild: imago

Hammersache - Tapezieren ohne Stress

Auftakt zu unserer Heimwerkerserie "Hammersache". Ab sofort gibt unsere zibb-Expertin Nadine Ilgner alle 14 Tage praktische Tipps rund um das Thema Heimwerken. In der ersten Folge stellen wir die Potsdamer Rechtsanwältin vor und geben Tipps für das richtige Tapezieren.

Sie wurde zur besten Heimwerkerin Deutschlands gekürt: Nadine Ilgner aus Potsdam. Und bei zibb verrät sie ab sofort ihre Tricks - in unserer neuen Rubrik "Hammersache".

Kaum zu glauben: Unsere Frau fürs Grobe ist im wahren Leben Anwältin. Ihr Spezialgebiet ist allerdings Baurecht - Handwerker, Architekten und Bauingenieure sind also ihr tägliches Klientel. Und denen knöpft Nadine Ilgner regelmäßig ihre besten Tipps und Tricks ab. In ihrem Haus in Potsdam-Babelsberg hat sie alles selbst renoviert. Kein Wunder also, dass sie sich bei einem bundesweiten Heimwerker-Wettbewerb problemlos gegen all ihre Konkurrentinnen durchsetzen konnte. Die Aufgaben: Streichen, Wandfliesen ankleben, Bodenbelag verlegen - und das alles unter Zeitdruck.

Tapezieren leicht gemacht
In der ersten Folge "Hammersache" zeigt Nadine Ilgner, wie man richtig tapeziert. Da der preiswerte Klassiker, die Rauhfaser-Tapete, seine Tücken hat, empfiehlt Nadine die etwas teurere Vliestapete. Der Vorteil: Der Kleister wird direkt auf die Wand gepinselt und nicht auf die Tapete, dadurch lassen sich die Bahnen viel leichter aufkleben und sogar noch mal korrigieren.

Zuerst heißt es aber: einen Anfang finden. Nadine startet an der Tür. Sie setzt die Tapete dabei nicht direkt am Rahmen an, sondern mit ein paar Zentimetern Überstand. Bei einer 53 cm breiten Tapete würde sie deshalb bei 50 cm eine senkrechte Linie ziehen und dort die Tapete gerade ansetzen. Den Überstand entfernt sie später. Auch oben und unten sollte man ein paar Zentimeter mehr einplanen.

Eine weitere Hürde: Ecken. Hier wird die Tapete nicht in einem Stück verklebt, da sie immer knicken würde. Besser: Für die letzte Bahn den Abstand zwischen vorletzter Bahn und Ecke ausmessen, wieder mit ein paar Zentimetern Überstand, und dann die Tapete entsprechend zuschneiden. Exakt an der vorletzten Bahn ansetzen und fest in die Ecke drücken. Der Überstand kann ab, hier tapeziert Nadine den Rest der letzten Bahn, um keine Tapete zu verschwenden.

Tapetenreste nutzen
Sollte doch etwas Tapete übrig bleiben, hat Nadine natürlich auch noch ein paar Tipps parat. So lässt sich damit leicht eine Schublade auskleiden oder ein Lampenschirm beziehen. Aber Vorsicht: Tapetenkleister sollte nie in Berührung mit Holz kommen, es würde sich sonst verziehen.

Eine andere Deko-Idee: Tapete verkehrtherum. Dazu rührt Nadine Gips mit etwas Farbe an und streicht die Masse auf eine Rigipsplatte. Auf eine übrig gebliebene Strukturtapete kommt großzügig Spülmittel, dann kann sie auf die Gipsschicht aufgedrückt werden, ohne dass sie daran hängen bleibt. Die Struktur der Tapete überträgt sich dadurch auf den Gips.

Nach dem Trocknen bestreicht Nadine die Fläche mit einer andersfarbigen Gipsschicht, die sie dann mit einem Spachtel vorsichtig abkratzt. Das Ergebnis: ein Strukturbild für die Wand.

Einkaufsliste:
Spachtel
Spachtelmasse
Abklebeband
Bodenschutz
Meterstab
Wasserwaage

Vliestapete
Vliestapeten-Kleister
Cutter-Messer
Tapezierhilfe
Malerrollen
Andrückrollen aus Moosgummi
Tapetenbürste

Bewertung:
Preis: ca. 120 Euro für 8 Quadratmeter
Arbeitsaufwand: ca. 4 Stunden
Schwierigkeitsgrad: 2 von 5

Beitrag von Christine Knospe