Hammersache - So baut man ein Gartensofa

Sie wurde zur besten Heimwerkerin Deutschlands gekürt: Nadine Ilgner aus Potsdam. Bei zibb verrät sie ihre Tricks - in unserer neuen Rubrik "Hammersache". Diesmal: Wir bauen ein Gartensofa.

Kaum zu glauben: Unsere Frau fürs Grobe ist im wahren Leben Anwältin. Ihr Spezialgebiet ist allerdings Baurecht – Handwerker, Architekten und Bauingenieure sind also ihr tägliches Klientel. Und denen knöpft Nadine Ilgner regelmäßig ihre besten Tipps und Tricks ab. In ihrem Haus in Potsdam-Babelsberg hat sie alles selbst renoviert. Kein Wunder also, dass sie sich bei einem bundesweiten Heimwerker-Wettbewerb problemlos gegen all ihre Konkurrentinnen durchsetzen konnte. Die Aufgaben: Streichen, Wandfliesen ankleben, Bodenbelag verlegen – und das alles unter Zeitdruck.

In der dritten Folge „Hammersache“ zeigt Nadine Ilgner, wie einfach man ein Sofa für draußen selber bauen kann. Für den Anfang empfiehlt sie ein günstiges Holz wie Tanne oder Fichte. Das ist zwar nicht so widerstandsfähig wie etwa Teak-Holz, aber mit einem guten Holzschutz hält es trotzdem ein paar Jahre. Zum präzisen Sägen eignet sich am besten eine Kreissäge. Mit einer Stichsäge franst die Kante zu sehr aus. Nadines Tipp: mit Klebeband abkleben. So lässt sich auch mit einer Stichsäge sauber arbeiten.

Für die Sitzfläche legt Nadine fünf 1,20 lange Glattkantenbretter nebeneinander und verschraubt diese ringsherum mit Dachlatten. Diese sind günstiger als gekaufte Konstruktionshölzer. Nadine halbiert sie vorher, so dass die Konstruktion später möglichst leicht ist. Und: Das spart noch mal zusätzlich Geld. Zum Verschrauben nimmt die Heimwerkerin sogenannte selbst schneidende Schrauben, somit muss sie die Löcher nicht vorbohren. Bei den beiden Seitenteilen geht Nadine genauso vor. Dazu sechs Glattkantenbretter auf 70 cm Länge zuschneiden und mit den Dachlatten verbinden.

Nun müssen die Einzelteile irgendwie aneinander. Mit Hilfe geht’s leichter. Die Sitzfläche sollte auf etwa 35 cm Höhe angeschraubt werden. Das ist die optimale Sitzhöhe für Erwachsene. Damit die es sich auch wirklich auf dem Sofa gemütlich machen können, braucht’s Stabilität. Und deshalb benutzt Nadine dazu Schloss-Schrauben. Zuletzt kommt die Rückenlehne. Sie besteht - natürlich - auch aus Glattkantenbrettern, diesmal wieder in 1,20m Länge. Blende oben drauf geschraubt - und es kann ans Holz verschönern gehen.

Möglich wären Beize, Lack oder Lasur. Doch Nadine liebt alte Rezepte und natürliche Zutaten - deshalb entscheidet sie sich für eine Holzfarbe aus Walnuss-Schalen. Dazu einfach getrocknete Schalen in Wasser geben und aufkochen. Sobald sich die Flüssigkeit etwa halbiert hat, ist die Farbe fertig. Und nun kommt auch der Feinstrumpf ins Spiel. Mit der Lösung das Holz gleichmäßig einstreichen. Als Holzschutz empfiehlt Nadine Leinölfirnis. Im Gegensatz zu herkömmlichem Leinöl enthält es keine Schwebstoffe und es besteht keine Schimmelgefahr.

Am nächsten Morgen sind Farbe und Öl getrocknet und das Sofa ist fertig. Wer mag, kann an die Seitenteile noch Blumenkästen schrauben. Die Zusammenfassung: Ohne das Trocknen hat Nadine 4 Stunden Zeit gebraucht. Ausgegeben hat sie 129 Euro. Den Schwierigkeitsgrad bewertet sie mit 3 von 5. Und jetzt rauf aufs Sofa und genießen.


Beitrag von Christine Knospe