Junge Gemüsesetzlinge in einem Beet (Quelle: Colourbox)
Colourbox
Bild: Colourbox

RADIKAL REGIONAL - Urban Farming: Was ist gutes Saatgut?

Wir melden uns live von der neuen Stadtfarm der "TopFarmers" in Berlin Herzberge, wo wir im Rahmen unserer Programmaktion "Radikal Regional" der Frage nachgehen, was gutes Saatgut eigentlich auszeichnet. Wir klären außerdem, was es mit "samenfestem" Gemüse auf sich hat.

Pflanzen und damit ihr Saatgut können auf unterschiedliche Weise entstehen:
Besonders bunte Blumen und schädlingsresistentes Gemüse entstehen durch genetische Veränderungen. Doch Gentechnik ist auf Deutschlands Äckern zur Zeit vollständig verboten.

Doch auch beim Züchten normaler Pflanzen geht es manchmal recht unnatürlich zu: So genannte Hybride entstehen, wenn ein Züchter zum Beispiel mit Hilfe von Inzucht und Kreuzungen bestimmte Merkmale in einem Gemüse verstärkt. So wird das Gemüse besonders schön und schmackhaft, bringt auch hohe Erträge, aber Käufer können die Samen daraus nicht weiter verwenden. Denn in der Folgegeneration teilen sich die gerade angezüchteten Merkmale oft wieder auf oder es gibt fast gar keine Erträge. So müssen Gärtner jedes Jahr neue Samen kaufen.

Der Normalfall in der Natur dagegen sind "samenfeste" Sorten. Die Samen von solchem Gemüse, Obst oder Blumen ergeben einfach neue, oft robuste Pflanzen auch alter Sorten - viele Gärtner verschenken oder tauschen die Samen sogar kostenlos. Zum Beispiel gibt es in vielen Orten Samen-Tauschbörsen, auch im Internet finden sich Quellen für samenfeste Obst- und Gemüsesorten.

Wer Samen kauft, kann oft an der Aufschrift erkennen, was in den Tüten ist: Samenfeste Sorten sind oft so benannt, Hybrid-Sorten sind oft teurer, auf der Tüte steht "F1" (für erste Generation).

Wir klären in Herzberge auch weitere Fragen: Wie gärtnere ich städtisch und wie lassen Profis mitten in der Stadt Gemüse, Obst und Fische möglichst ohne zu viel Aufwand und Rückstände wachsen? Wir geben Tipps fürs richtige Säen und Gärtnern im beginnenden Frühjahr.

zibb bekommt auf der Stadtfarm sogar ein eigenes Beet, das unsere Reporterin Ulrike Finck anlegt und das wir durch das ganze Jahr bewirtschaften wollen.

Und wir machen Lust auf die IGA, denn dort werden wir gemeinsam mit den Topfarmers weiter gärtnern und mitten in den "radikal-regional"-Wochen durchs Jahr säen, gärtnern, pflanzen und ernten.

Beitrag von Corinna Meyer
Reporterin: Ulrike Finck