Radikal Regional - Pflanzen wässern - Tipps für nasse und trockene Sommer

In unserer Reihe Radikal Regional geben wir Ihnen diesmal praktische Tipps für den Anbau von Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten. Eigentlich leiden Pflanzen im Juli unter Trockenheit – in diesem Jahr ist das anders. Umso mehr sollte man über den richtigen Umgang mit Wasser wissen.

Auf die Wurzel kommt es an
Pflanzen lassen sich in Flach-, Mittel- und Tiefwurzler unterteilen. Gerademal 10 Zentimeter tief im Boden brauchen die Flachwurzler besonders häufig Wasser denn die Erdoberfläche trocknet viel schneller aus als die tieferen Erdschichten. Zu den Flachwurzlern gehören zum Beispiel Salat, Sellerie, Porree und Spinat. Pflanzen, die ihre Wurzeln bis zu einem halben Meter in die Erde stecken zählen zu den mittellangen Wurzeltypen. Zu ihnen gehören z. B. Kohlrabi, Bohnen, Gurken und Paprika. Da diese Pflanzen auch Wurzeln in den oberen Erdschichten haben, brauchen ebenfalls sie regelmäßig Wassernachschub. Tiefwurzelnden Gemüsepflanzen machen hohe Temperaturen nur wenig aus, weil sie ihr Wasser aus den tieferen Bodenschichten ziehen. Bis zu einem Meter zwanzig reichen die Wurzeln bei Tomaten, Rote Beete und Kürbis in die Erde. Hier können auch ein paar Tage Pause zwischen den Gießeinheiten liegen.

Richtiges Gießen
Ob Pflanzen Wasser brauchen zeigt der Fingertest. Bleibt Erde am Finger kleben, haben sie noch genug Feuchtigkeit. Bleibt der Finger trocken muss bewässert werden. Ideal ist es, wenn der Boden im Abstand von einigen Tagen durchdringend gewässert wir. Als Faustregel gilt 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter. Zuviel Wasser kann die Pflanzen anfällig für Pilzbefall machen. Ist das Beet, z.B. durch langen ausdauernden Regen zu feucht, sollte der Boden gelockert werden, damit es nicht zu Fäulnis kommt. Kaltes Leitungswasser stresst die Pflanzen.Aufgefangenes Regenwasser eignet sich daher am besten zum Gießen. Es enthält außerdem keine Mineralien, die den Nährstoffhaushalt im Boden beeinträchtigen können.

Wässert man den Wurzelbereich, spielt die Tageszeit eine untergeordnete Rolle. Trotzdem ist die beste Gießzeit ist der Vormittag, bevor Hitze zu hohen Verdunstungsverlusten führt. In der Sonne können Tropfen auf den Blättern übrigens zu Verbrennungen an den Pflanzen führen. Wer abends gießt sollte die Blätter und Blüten ebenfalls trocken lassen. Sonst können sich Pilzkrankheiten breit machen.

Live vom Weltacker
Auf der Welt gibt es 1,4 Milliarden Hektar Ackerfläche und mehr als 7 Milliarden Menschen. Das heißt, dass jedem einzelnen Menschen auf der Welt derzeit 2000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, durch die er versorgt werden muss und zwar inklusive Lebensmittel, Futter für Tiere, Baumwolle für Kleidung undBio-Kraftstoff. Der Weltacker auf der IGA zeigt, dass genug für alle da ist - aber nur, wenn gerecht geteilt wird. Denn in der Realität verbraucht jeder Europäer fast ein Drittel mehr von dem was ihm eigentlich zusteht. Hier wird aber auch gezeigt, was so auf der Welt angebaut wird. Und da wäre über die Hälfte wäre mit vier Früchten bestellt: Weizen, Mais, Reis und Soja.

Beitrag von Antje Pfeiffer