"Eine Spielzeugauto steht auf einem Verischerungsvertrag, der mit Euroscheinen bedeckt ist"; © imago images /blickwinkel
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Service - So sparen Sie bei der Kfz-Versicherung

In die Wechseljahre kommt man nur einmal – in die Wechselsaison aber aller zwölf Monate. Jetzt ist genau die Zeit, um sich über seine Kfz-Versicherung Gedanken zu machen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt rollen derzeit mehr als 47 Millionen Pkw durch das Land. Da muss man sich nicht wundern, wenn es dann mal kracht.

Haftpflicht- und Kaskoversicherungen kommen für die Schäden auf. Doch manche Anbieter sind nicht billig oder gehen im kommenden Jahr mit den Preisen hoch. Bis zum 30. November können Autofahrer wieder wechseln und damit hunderte Euro sparen.

Erhöhten Deckungssummen

Es ist nicht ganz einfach, die richtige KFZ-Versicherung zu finden. Auf einige Leistungen sollte man auf keinen Fall verzichten, um Geld zu sparen. Dazu gehören die erhöhten Deckungssummen von 50 bis 100 Millionen Euro, die ohnehin die meisten Versicherungen anbieten. Außerdem eine Mallorca-Police, mit der Mietwagen im EU-Ausland zu Konditionen versichert sind wie in der Bundesrepublik.

Option der groben Fahrlässigkeit

Bei einer anzuratenden Teil- bzw. Vollkaskoversicherung, je nach Zustand des Fahrzeuges, sollte die Option der groben Fahrlässigkeit nicht fehlen, betont Hermann-Josef Tenhagen. Denn diese schützt einen vor finanziellen Schäden, die durch eigenes Fehlverhalten im Straßenverkehr entstanden sind. Bei Unfällen mit Tieren sollte die Kaskoversicherung für Kollisionen mit allen Tieren aufkommen, nicht nur bei Unfällen mit Rehen und Wildschweinen (Haarwild). Auch für Marderschäden und ihre Folgen sollte die Police aufkommen.

Einige Leistungen verzichtbar

Auf einige Leistungen kann man aber auch verzichten. So auf den Rabattschutz, der eine Herabstufung in der Schadensfreiheitsklasse verhindern soll. Der Rabattschutz macht jedoch den Wechsel zu einem anderen Versicherer manchmal unattraktiv. Verzichtbar ist auch Insassen-Unfallversicherung, die greift, wenn ein Mitfahrer zu Schaden kommt. Doch dafür kommen in den meisten Fällen auch die jeweiligen KFZ-Haftpflichtversicherungen der am Unfall beteiligten auf. Auch eine Fahrer-Unfallversicherung ist nicht nötig. Besser ist in diesem Fall eine Fahrerschutzversicherung, die bessere Konditionen bietet.

Vergleichsportale im Internet

Wie man eine für sich optimale Versicherung finden kann: Im Internet stehen Vergleichsportale mit speziellen Kfz-Versicherungsrechnern bereit. Da jede Versicherung auf die persönlichen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sein muss, sollte man dort seine Daten eingeben, um einen idealen Schutz zu finden. Allerdings sind in keinem der Portale alle Versicherungsangebote zu finden.

"Finanztip" rät ...

"Finanztip" rät nach einer gründlichen Untersuchung der Vergleichsportale dazu, sich nicht auf einen einziges zu verlassen, weil man dann nur selten den günstigsten Tarif findet. Es gibt ca. 40 Vergleichsseiten im Internet. Alle muss man nicht ausprobieren. Es reichen "Verivox", "Check24" sowie der Rechner der "HUK24". HUK24 ist ein häufig sehr preiswerter Direktversicherer und Tochter des größten deutschen Kfz-Versicherers HUK. Doch auf den Portalen lässt sich die HUK24 nicht listen, weshalb es sich empfiehlt, auch bei ihr ein Angebot einzuholen.

"Finanztip" hat bei diesen drei Vergleichsrechnern anhand von Musterdaten Anfragen gestellt und dabei die für den Test-Kunden besten Ergebnisse erzielt. Welche genau, kann man auf der Internetseite von "Finanztip" nachlesen.

"Finanztip" empfiehlt zwei Vergleiche zu machen. Einen auf einem der Vergleichsportale und einen bei der HUK24. Dabei ist wichtig, auf bestimmte Tarifmerkmale zu achten. Es gibt dort jeweils einen Link "Tarife vergleichen", der die Leistungen auflistet, wie "Erweiterte Elementarschäden" oder "Neuwert-Entschädigung". Dort sollte man dann auswählen, worauf man nicht verzichten möchte.

Viele Ausnahmen

Es gibt viele Ausnahmen bei der Kfz-Versicherung: ob ein Auto neu ist oder sehr alt, ob man Fahranfänger ist oder Vielfahrer. Auch ältere Autobesitzer bekommen eine Sonderbehandlung. Sie werden bei der Haftpflicht stärker zu Kasse gebeten. Der Grund: laut Statistik bauen sie die meisten Unfälle. Weil den Kfz-Versicherern dadurch hohe Kosten entstehen, versuchen sie gegen zu steuern: Durch höhere Beiträge, den so genannten Alterszuschlägen. Einige Anbieter verlangen bei 65-Jährigen schon bis zu 20 Prozent mehr.

Fahrsicherheitscheck gegen automatische Preiserhöhung

Doch wie dieser automatischen Preiserhöhung entgehen? Einige Versicherer geben Rabatte, wenn die Senioren an einem Fahrsicherheitscheck teilnehmen. Da werden bei einer theoretischen Schulung die Dinge besprochen, auf die ältere Menschen am Steuer achten müssen. Auch ein praktischer Teil ist mit dabei. Bei einer Probefahrt prüft der Fahrlehrer dann, wie gut die Senioren im Straßenverkehr zurechtkommen, auch wenn einige bereits über 60 Jahren hinter dem Steuer sitzen.

Generationsvertrag

Eine weitere Möglichkeit, Geld zu sparen, ist der so genannte Generationsvertrag. Früher haben die Eltern das Auto der Kinder mitversichert, nun lässt sich das auch umgekehrt realisieren: Die Kinder lassen die Autoversicherung für ihre Eltern über sich laufen. Auch der Schadensfreiheitsrabatt kann so übertragen werden. Außerdem fahren ältere Autofahrer häufig weniger Kilometer – wenn man diese Tatsache dem Versicherer mitteilt, kann man manchmal mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

Ehrlich währt am längsten

An sogenannten Risikoprofilen der Versicherungen kann man nichts ändern. Der Versicherungskunde ist auch verpflichtet, diese Angaben zu machen und er sollte dabei ehrlich sein. Wer mit falschen Daten Geld sparen will, kann im Ernstfall dafür haftbar gemacht werden. Dann wird es richtig teuer. Das gilt übrigens für alle Angaben, die der Versicherer verlangt. Aber auch mit einer realistischen Risiko-Einschätzung lässt sich der Preis der Versicherung drücken. Man sollte also diese Abfrage nicht einfach so abhaken, sondern sich gründlich mit ihr beschäftigen. Auch kleine Änderungen können Kosten sparen.

Erstens: den Fahrerkreis so klein wie möglich halten. Zweitens: die jährlich gefahrenen Kilometer realistisch prognostizieren. Sollten sie im Laufe des Jahres dennoch höher ausfallen, lässt sich das ohne Strafgebühren korrigieren. Drittens: den Versicherungsbeitrag einmal im Jahr zahlen – das ist billiger, als eine halb- oder vierteljährliche Abbuchung.

Beitrag von Boris Römer